Extrem schmale Taille, ausladende Hüfte und ordentlicher Po – der Appetitanreger Apetamin verspricht eine Figur, wie sie beispielsweise Cardi B oder Kyle Jenner haben. Das Mittel kann gefährliche Nebenwirkungen haben und wirkt nicht so wie gewünscht.

Auf dem Weg zur vermeintlichen Traumfigur ist manchen Menschen jedes Mittel recht. Zielgruppe des Appetitanregers Apetamin sind Kundinnen, die eine Slim-Thick-Figur mit extrem schmaler Taille und ausladendem Po haben möchten, wie zum Beispiel bei Cardi B, Kyle Jenner oder Kim Kardashian. Doch das Mittel kann gefährliche Nebenwirkungen haben. Der britische Gesundheitsdienst hat deswegen sogar Instagram aufgefordert, Werbung durch Influencerinnen zu unterbinden.

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Apetamin beinhalte den Wirkstoff Cyproheptadinhydrochlorid. Es wird zum Beispiel dazu genutzt, Allergiesymptome wie laufende Nasen, tränende Augen oder Juckreize zu hemmen. Der Wirkstoff regt aber auch den Appetit an.

Apetamin - ein falsches Versprechen

Wer das sirupartige Mittel nutzt, um zur Traumfigur zu kommen, hofft durch einen gesteigerten Appetit Pfunde zuzulegen – und zwar gezielt an den gewünschten Stellen: Oberschenkel und Hüfte. Das aber ist Wunschdenken und ein falsches Versprechen: Wo sich Fett im Körper ablagert, ist nicht zu steuern und zu beeinflussen. Es kann also gut sein, dass der Bauch dicker wird und die Hüfte so bleibt, wie sie ist.

"Das ist leider Wunschdenken. Es ist nicht zu kontrollieren, wo sich das Fett an ablagert. Es kann auch am Bauch entstehen, am ganzen Körper."
Florence Randrianarisoa, Wissenschaftsjournalistin

Hilfreicher wäre eine Kombination aus gezielter Ernährung und Bewegung. Allerdings stelle sich die Frage, ob eine Gewichtszunahme überhaupt sinnvoll ist, sonst drohe schnell Übergewicht. Das Thema ist komplex und sollte nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Ernährungsexperten angegangen werden.

Von Schwindel bis hin zum Leberversagen

Als Lifestyleprodukt ist Apetamin in Deutschland nicht zugelassen. Erlaubt sei der Wirkstoff zur Behandlung von allergischen Symptomen oder als Appetitanreger bei Mangelernährung oder anderen chronischen Erkrankungen – und das auch nur auf ärztliches Rezept.

Die Wissenschaftsjournalistin Florence Randrianarisoa warnt davor, das Mittel im Internet zu bestellen. Die Palette der teils gefährlichen Nebenwirkungen sei groß: Müdigkeitserscheinungen, Verdauungsprobleme, Schwindel, Krämpfe, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Sehstörungen, Veränderung der Blutgefäße bis hin zu Nierenproblemen und Leberversagen.

"Die Blutzellen können sich verändern, Sehstörungen können auftreten, die Gelenke können anschwellen, man kann Probleme mit den Nieren bekommen, die Leber kann zum Beispiel auch versagen."
Florence Randrianarisoa, Wissenschaftsjournalistin