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1921 wurde die Kommunistische Partei in China gegründet. In diesem Jahr feiert die Partei ihren 100. Geburtstag. In Eine Stunde History schauen wir auf die wechselvolle Geschichte des Landes.

China und weite Teile Asiens kämpfen am Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Folgen der kolonialen Herrschaft. Überall sind die Spuren der Europäer zu finden, gleichzeitig regt sich immer mehr Widerstand gegen den Einfluss der Kolonialherren. Eine stark wachsende Bevölkerung und die nun auch in Asien einsetzende Industrialisierung ergeben eine brisante innenpolitische Lage, die sich um die Jahrhundertwende zum Beispiel im so genannten Boxeraufstand entlädt.

Der Untergang des chinesischen Kaiserreichs

1911 beginnt eine Revolution, an deren Ende der letzte Kaiser Puyi zurücktreten muss. Nach mehr als 2100 Jahren ist damit das chinesische Kaiserreich beendet. Nach dem Ersten Weltkrieg bricht zwar die alte Ordnung in Europa zusammen, aber die kolonialen Machtverhältnisse in Asien werden nicht angerührt. China leidet vor allem unter der brutalen Herrschaft Japans. Das Land hat die Kontrolle über die Mandschurei, die Mongolei und Südchina.

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Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas in Peking.

Die bolschewistische Revolution in Russland, die im Oktober 1917 das Zarenreich beendet und eine neue Ordnung ausruft, findet auch in China Anhänger.

Aber es fehlen die Voraussetzungen für eine Revolution wie in Russland: China ist weitgehend agrarisch strukturiert, so dass eine massenhafte Industriearbeiterschaft, die eine Revolution tragen könnte, fehlt.

Bei den Reformkräften gibt es zwei Strömungen: die Kuomintang, die eine innere Reform des Staates anstreben, und ab 1921 die Kommunistische Partei (KP), die eine Revolution ausrufen will.

Front gegen den Imperialismus

Mit der Gründung der chinesischen KP beginnt eine wechselvolle Geschichte des Landes. Erst bilden KP und Kuomintang eine Einheitsfront gegen den imperialistischen Einfluss Japans und kämpfen gemeinsam für die Wiederherstellung der Souveränität und der nationalen Einheit Chinas.

Zwischen 1927 und 1934 stehen sich die einstigen Verbündeten allerdings in einem erbitterten Bürgerkrieg gegenüber, bevor sie auf Druck des sowjetischen Machthabers Stalin erneut ein Militärbündnis gegen den gemeinsamen Feind Japan schmieden. Mit der Ausrufung der Volksrepublik China übernimmt die KP Chinas am 1. Oktober 1949 die alleinige Herrschaft über das "Reich der Mitte".

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer erläutert den Einfluss Maos Zedongs auf die Gründung der chinesischen KP 1921.
  • Daniel Leese ist China-Experte und hat sich mit der Rolle der KP Chinas im 20. Jahrhundert beschäftigt.
  • Ruth Kirchner war lange Jahre ARD-Korrespondentin in Peking und erklärt, wie viel von der Ideologie der KP heute noch im modernen China steckt.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld beschreibt die politische und ökonomische Lage, in der sich China zur Zeit der Parteigründung befunden hat.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Krinner hat zusammengetragen, was über den Gründungskongress in Shanghai im Juli 1921 bekannt ist.