Stellt euch vor, ihr seid plötzlich Chef oder Chefin. Kann ja mal passieren. Ihr verdient wahrscheinlich mehr Geld, habt aber auch mehr Verantwortung, müsst schwierige Entscheidungen treffen. Was ihr als Führungskraft beachten solltet, weiß Coach Thorge Berger.

Als neue Füphrungskraft leitet ihr ein kleines (oder größeres) Team, müsst eure Mitarbeiter motivieren, Probleme lösen, Feedback geben und das Unternehmen voranbringen. Aber vielleicht solltet ihr am ersten Tag nicht gleich auf die Kacke hauen.

"Ne ganz gute Idee ist, selbstbewusst zu wirken, ohne dabei überheblich zu sein."
Führungskräfte-Coach Thorge Berger

Einen klassischen Führungsfehler, den ihr vermeiden solltet: Erstmal alles in Frage zu stellen, was die Mitarbeiter vorher gemacht haben, sagt Thorge Berger. Das führt nämlich nicht zu Vertrauen und Loyalität. Zwar sollen neue Führungskräfte frischen Wind ins Unternehmen bringen - aber es braucht eine gewisse Behutsamkeit, sagt der Führungskräfte-Coach.

"Man ist ganz gut beraten, die Dinge, die geleistet wurden - wo man das aufrichtig machen kann - die auch tatsächlich Wert zu schätzen."
Thorge Berger, Führungskräfte-Coach
Thorge Berger und Jenni Gärtner
Thorge Berger berät Führungskräfte

Um Loyalität und Vertrauen aufzubauen, ist es gut, viel zu fragen: Wie arbeiten die Mitarbeiter, was sind ihre Stärken, welche Nöte haben sie, welche Ideen für Veränderungen und Verbesserungen?

So motiviert ihr eure Mitarbeiter

Gerade bei Mitarbeitern, die vielleicht älter sind und mehr Erfahrung haben, ist es gut, auch selbst deutlich zu machen, dass man an der ein oder anderen Stelle von ihnen lernen will.

Mitarbeiter zu motivieren, kann oft schwierig sein – manche sind gedanklich vielleicht schon kurz vor der Rente, andere einfach unzufrieden. Was hier hilft? Die Perspektive wechseln, sich in den Mitarbeiter, die Mitarbeiterin hineinversetzen und dann offen das Gespräch suchen, sagt Thorge Berger. 

"Lass uns mal gucken: Was gibt es denn, das wir tun können, damit du wieder motiviert arbeiten kannst?"
Thorge Berger, Führungskräfte-Coach

Wenn gar keine konstruktive Lösung in Sicht ist, kann es Zeit werden für eine Entscheidung: Love it, or leave it. "Wenn ich mich dafür entscheide, zu bleiben, dann sollte ich auch aufhören, immer rumzunölen, weil ich mir selbst und allen anderen Beteiligten keinen Gefallen tue", sagt Thorge Berger.

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