In spanischen Hotels haben Putzkräfte die aktuellen Arbeitsverhältnisse satt: Die Gewerkschaft "Las Kellys" hat sie am letzten Wochenende (24. und 28.08.19) zum Streiken aufgerufen.

Konkret haben Putzkräfte in verschieden Hotels auf den spanischen Baleareninseln Ibiza und Formentera für bessere Arbeitskonditionen demonstriert. Oft stehen sie unter großem Druck, um die Vorgaben der Hotels einzuhalten: In einer Schicht sollen sie 20 bis 30 Zimmer putzen. Sie haben etwa 15 bis 20 Minuten Zeit für ein Hotelzimmer. Zusätzlich müssen sie andere Hotelbereiche putzen – das führt zu unbezahlten Überstunden.

"Die Branche reagiert ziemlich kühl. Gerade auch auf den Streik auf Ibiza und Formentera."
Marc Dugge, Dlf-Korrespondent in Madrid

Neben dieser psychischen Last würden körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Rückenschmerzen nicht ernstgenommen. Zudem sei Lohn-Dumping ein großes Problem, weil viele der Putzkräfte nicht direkt bei den Hotels selbst angestellt sind, sondern bei externen Dienstleister-Unternehmen. Durch die Leiharbeitsfirmen haben sie neben dem niedrigeren Lohn auch Nachteile hinsichtlich des Kündigungsschutzes und sind im Alter schlechter versorgt. Daher fordern "Las Kellys":

  • Recht auf Vorruhestand
  • Gesundheitsproblemen sollen als Berufskrankheiten anerkannt werden
  • Keine Verträge mehr über Leiharbeitsfirmen

Streik hat kaum gewirkt

Das zeigt sich auch an der Reaktion der Branche auf den Streik: Die sei nämlich ziemlich kühl, meint Spanien-Korrespondent Marc Dugge. Das entspreche auch dem allgemeinen Verhältnis zwischen dem Hotelgewerbe und den etwa 200.000 spanischen Reinigungskräften.

Die spanische Regierung hat deshalb einen Masterplan verabschiedet, der die Arbeitsverhältnisse verbessern soll. Denn der Tourismus in Spanien nimmt konstant zu: 2018 verbrachten etwa 83 Millionen Menschen ihren Urlaub in Spanien. Die Putzkräfte fordern daher weitere Schritte und haben für die Zukunft mehr Streiks angekündigt. Ein genaues Datum gibt es noch nicht.

"Las Kellys" feiern Streik als Erfolg, Hotelbranche regiert kaum

Für die Gewerkschaft sei die vergangene Demonstration bereits ein Erfolg, sagt Marc Dugge. Obwohl der Hotelbetrieb scheinbar trotzdem reibungslos abgelaufen ist, sei es entscheidender, dass sich die Reinigungskräfte überhaupt gegen die aktuellen Arbeitsverhältnisse aufgelehnt haben. "Las Kellys" leitet sich nämlich aus vom Spanischen "Las que limpian" ab, was übersetzte etwa "Die, die putzen" heißt. Das zeige noch mal, wie unbeachtet sich die Putzkräfte fühlen, meint Marc Dugge.