Männer stehen auf große Augen, Frauen auf kantige Kiefer - weil das gesunde Nachkommen verspricht. Zum Glück könnte es sein, dass diese Regel doch nicht weltweit gilt - sondern kulturell bedingt ist.

Ein kantiges Kinn und buschige Augenbrauen wirken männlich - und machen Männer bei Frauen als potenzielle Partner attraktiv. Solche maskulinen Gesichtszüge versprechen genetische Gesundheit - und das heißt, bessere Chance auf gesunden Nachwuchs. Das Gleiche gilt für Frauen, bei denen große Augen und feine Gesichtszüge als Marker für Weiblichkeit und Fruchtbarkeit empfunden werden.

Regel gilt nicht für alle Gesellschaften

Bisher dachte man, dass diese Regel weltweit gilt - das stimmt aber laut einer neuen Studie gar nicht. Sie gilt offenbar nur für westliche Industrienationen. Forscher der Brunel Universität in London zeigten Probanden aus zwölf Kulturkreisen digital verändert Fotos von Männer- und Frauengesichtern. Ergebnis: Teilnehmer von zum Beispiel den Fidschi-Inseln im Südpazifik einer indigenen Gruppe in Nicaragua fanden die Bilder von Frauen und Männern attraktiv, die eher neutrale Gesichtszüge hatten.

Die Forscher begründen ihre Ergebnisse mit dem Entwicklungsgrad des Landes, aus dem die Teilnehmer kamen. Je weiter die Industrialisierung dort fortgeschritten sei, desto eher greife die bisher gültige Regel. Das liegt vor allem daran, dass Menschen in solchen Gesellschaften täglich einer Vielzahl von Menschen begegnen - und deshalb Unbekannte schnell einordnen und kategorisieren müssen. Deshalb finden Menschen aus solchen Ländern Gesichter attraktiver, die sie deutlich zuordnen können.

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