CEPS, Central European Pipeline System, das ist der Name des unterirdischen Treibstofftransportsystems, das die europäischen Luftwaffenstützpunkte der Nato mit Kerosin versorgt. Ein Arm dieser Pipeline fließt genau durch Niederkassel, einen Ort südlich von Köln.

Seit den 50er Jahren gibt es das CEPS. So richtig weiß allerdings kaum jemand, wo genau die Pipelines verlaufen. Und irgendwie scheint es ganz gut, dass das Pipelinesystem ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Anders war das im Mai 1985. Damals hat die Rote Armee Fraktion, beziehungsweise eine Gruppe von RAF-Sympathisanten sich das CEPS als Anschlagsziel ausgesucht.

Besonders schwer hatten sie es dabei nicht, denn der Verlauf der Pipeline ist alle paar hundert Meter durch oberirdische Pfosten markiert, die entweder rot-weiß oder orange-weiß geringelt sind. Auch heute noch. Nur, dass das eben heute kaum noch jemanden interessiert. Außer vielleicht DRadio-Wissen-Reporter Martin Krinner, der sich in Niederkassel, südlich von Köln, auf die Suche nach dem CEPS macht.

Sechs Pipelines unter Niederkassel

In Niederkassel findet er dann allerdings nicht nur einen Pfosten, der den Verlauf des CEPS markiert. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt, Helmut Esch, erfährt er, dass unter Niederkassel insgesamt sechs Pipelines verlaufen, die verschiedene Stoffe ins nahe gelegene Industriegebiet transportieren:

"Es fließt durch: Gas, Kerosin. Die Pipeline, die in unseren Industriepark geht, die hat Methylan, die hat Chlor, die hat Synthesegas und Ethylen. Das sind die Stoffe, die da geführt werden."
Helmut Esch, stellvertretender Bürgermeister von Niederkassel

Stoffe, die nicht ganz unproblematisch für die Umwelt sind. Bis vor drei Jahren haben sich die Niederkasseler trotzdem nicht allzu sehr für die Pipelines interessiert. Dann allerdings gab es ganz in der Nähe eine Katastrophe: auf der anderen Rheinseite, also direkt gegenüber von Niederkassel, gab es ein Leck in einer Kerosinleitung.

Eine Million Liter Flugbenzin

Bevor jemand etwas gemerkt hat, sind bereits eine Million Liter Flugbenzin ausgelaufen. Diese Katastrophe hat die Niederkasseler wachgerüttelt. Inzwischen hat Helmut Esch eine Karte, auf der alle Leitungen eingezeichnet sind. Ein paar davon laufen tatsächlich mitten durch ein Wohngebiet.