Kathrin Weßling ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Am Abend der Anschläge von Brüssel war ihr nur noch nach Wodka - und Liebe. Dass sie ausgerechnet damit einen Nerv trifft, damit hat sie nicht gerechnet.

Als Kathrin Weßling am Abend nach Hause kommt, ist ihr erst mal nach einem Glas Wodka auf Eis. Sie arbeitet als Journalistin und Social-Media-Redakteurin bei Spiegel Online. Die Anschläge in Brüssel haben sie mitgenommen. Wie viele andere Menschen auch, will sie einfach nur ein kurzes Statement loswerden:

Irgendwie spricht sie damit vielen ihrer Facebook-Abonnenten und -Freunde aus der Seele. Sie posten ebenfalls Bilder von sich, erheben ihr Glas. Davon erzählt Kathrin Weßling dann auch ihren Followern auf Twitter. Auch da gibt es eine ähnliche Reaktion: Ihre Follower heben die Gläser, prosten zurück und trinken, wie Kathrin, auf die Liebe.

Hasswelle gestoppt

So entsteht das Hashtag #aufdieliebe eher zufällig. Auch ZDF-Korrespondentin Nicole Dieckmann entdeckt den Hashtag und stößt mit Kathrin Weßling auf die Liebe an. 27,5 Tausend Follower hat ihr Account - und so werden es nach und nach immer mehr Menschen, die kollektiv #aufdieliebe anstoßen.

Zum gleichen Zeitpunkt befindet sich #StopIslam bereits in den Trending Topics. Unter diesem Hashtag werden Hassbotschaften gegen den Islam verbreitet. Aber zumindest auf Twitter ist die Liebe stärker als der Hass. Zumindest, wenn es nach den Trending Topics geht, denn da steht schon bald #aufdieliebe ganz weit oben.

"Als es dann auch noch #stopislam verdrängt hat, das war natürlich ganz toll. Weil die Botschaft nicht sein sollte, dass wir etwas hassen, sondern genau das Gegenteil sein soll."
Kathrin Weßling, Social Media Managerin

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