Uwe Hauk ist depressiv und ist freiwillig in eine psychiatrische Klinik gegangen. Unter dem Hashtag #ausderklapse hat er von dort über seine Erfahrungen getwittert. Und das hat ihm richtig gut getan.

"Das Problem ist oft, dass man aus Sorge, was andere wohl über einen denken, eigenständig zu leben aufhört." Das twitterte Uwe Hauck aus der psychiatrischen Klinik. Anfang Februar hat er sich dort freiwillig einweisen lassen, um mit seiner Depression klar zu kommen. Und weil er es falsch fand, sich zu verstecken entschloss er sich, von seinen Erlebnissen unter dem Hashtag #ausderklapse zu twittern.

Er twittert über seine Arzttermine, die Bilder, die er in der Maltherapie gemalt hat, er unterhält sich mit Followern und teilt die Erkenntnisse, die er über sich selbst in der Phase seiner Erkrankung gewonnen hat. So erklärt er, was die Depression für ihn bedeutet und was sie aus ihm macht: Ihn ergreift eine tiefe Traurigkeit. Die kann er mit Medikamenten unter Kontrolle bekommen. Nicht immer, aber manchmal.

Uwe Hauck twittert über seine Depression

Ihm hat das viel gebracht: Es gab ein paar hässliche Trolle, aber seine Bilanz ist positiv. Manche hätten seine Tweets zum Anlass genommen, sich mehr um sich selbst zu kümmern, andere sagten, dass sie jetzt ihren depressiven Freund, ihre depressive Freundin besser verstünden.

Inzwischen ist Uwe wieder zu Hause und besucht jetzt eine Tagesklinik. Und er will weiter kämpfen: gegen die Stigmatisierung von Depression und für einen vernünftigen Umgang mit der Krankheit. "Ich werde wohl noch einige Wochen brauchen, bis alle Wunden meiner Seele geflickt sind", schreibt Uwe auf seinem Blog Living the Future, aber er ist zuversichtlich. Auch dank seiner Follower, Leser und Fans, die er im Netz gefunden hat.