Sich bei seinen Klamotten bedanken - das ist Teil der Konmari-Methode. Hier wird Ausmisten zur Zeremonie, die Glücksgefühle erzeugen soll. Wir haben es ausprobiert und sind dabei zu Hardcore-Faltern geworden.

Falten, Falten, Falten - das hat DRadio-Wissen-Reporterin Suzan Bazarkaya den ganzen Abend gemacht. Denn sie hat sich für den kalten Entzug in Sachen Unordnung entschieden: Konmari heißt die Methode der japanischen Autorin Marie Kondo. In über 30 Ländern sind ihre Bücher dazu Bestseller, die sie auch unter dem Titel "Magic Cleaning“ verkauft.

Suzan ist der klassische "Aber-das-kann-man-doch-noch-gebrauchen!"-Typ. Wegwerfen fällt ihr schwer, und überall findet sie Dinge, die sie am liebsten noch mal verschönern würde. Das Problem: Es sammelt sich. Irgendwann ist es zu viel von allem.

Kurzer Prozess mit feierlicher Zeremonie

Marie Kondo verspricht mit ihrem Buch nicht nur viel, nämlich, dass sie dein Leben verändert, da die Ordnung bleibe. Sie fordert auch viel: Kurzen Prozess mit dem angesammelten Kram zu machen und bis zu 80 Prozent der Sachen auszusortieren.

Collage: Rechts ein aufgeräumter Kleiderschrank, links ein ausgemisteter Kleiderhaufen
© Denise Colquhoun | Fräulein Ordnung
Links hängt alles, was bleiben darf - weil es Glücksgefühle erzeugt. Vom Haufen rechts hat sich Suzan ordnungsgemäß verabschiedet.

Einige zentrale Techniken sollen helfen, Ordnung zu schaffen. Zuerst geht es darum, die Dinge nach Kategorien zu sortieren: Schuhe, Bücher, Papierstapel. Diese werden noch einmal in Unterkategorien geteilt und auf einzelne Haufen verteilt. Dies soll den Effekt haben, dass sie außerhalb ihres bisherigen Umfeldes betrachtet werden können. Ein weiterer wichtiger Teil ihrer Methode: Zelebriere das Ausmisten!

Suzan hat ihre Aufräum-Aktion mit der Ordnungs-Beraterin Denise Colquhoun aka Fräulein Ordnung durchgezogen. Mit ihrer Hilfe geht sie nun ganz viele Kleiderhaufen durch. Konzentriert, aber festlich gestimmt.

"Erst einmal wirfst du alles auf den Boden. Dann nimmst du jedes Teil einzeln in die Hand und guckst, wie du dich dabei fühlst."

Bei Suzan scheint dieser "Celebration"-Ansatz zu funktionieren: "Es fühlt sich an, als ob etwas Schönes ansteht“. Weniger wie eine unangenehme Pflichtaufgabe. Das Aussortieren wird zu einem Ritual mit fester Reihenfolge. Sortiert nach Kategorien werde erspürt, ob das Stück gehen oder bleiben muss. Erzeugt es gute oder schlechte Gefühle?

Das Ziel: Nur noch Dinge besitzen, die uns Glücksgefühle bereiten, oder wie Marie Kondo meint, den "Spark of Joy" erzeugen. Von allem, was gehen muss, muss Suzan sich gemäß Leitfaden ordnungsgemäß verabschieden. Bei manchen Dingen, braucht sie noch den Extra-Schubs. Indem sie Klamotten noch mal anprobiert und merkt: nee passt nicht. Auch Denise Ratschlag hilft: "Wenn es im Schrank hängt, hast du ja nichts mehr davon".

Alles, was bleibt, wird in einer speziellen Falt- und Hänge-Technik wieder verstaut. So sieht es ordentlicher und leerer aus, sagt Marie Kondo. Übrigens jetzt auch bei Suzan: von 80 Teilen hat sie sich getrennt.