In Self Storages kann jeder Lagerfläche anmieten. Sie dienen als Kellerersatz oder als Ort, an dem wir unsere Dinge parken können, bis wir eine Wohnung gefunden haben. Für die Betreiber sind sie ein super Geschäftsmodell, denn die Branche der Self Storages boomt.

Self Storages sind große Hallen, oft sind es riesige Gebäude über mehrere Etagen. Sie finden sich meist an Stadträndern oder in Gewerbegebieten. Mietbar sind Boxen von der Größen von einem bis 150 Quadratmetern. Zugang erhält der Mieter einer Box per Chipkarte oder mit einen Zahlencode.

Nicht nur Leute, denen ein Keller fehlt, mieten hier eine Bleibe für ihre Sachen. Viele Kunden nutzen ein Mietlager auch, weil der Wohnungsmarkt generell so angespannt ist oder die eigene Wohnung selbst oft nicht genug Platz bietet. So beschreibt Michel Galka vom Anbieter Lagerbox den Bedarf seiner Kunden. 

"Die Leute suchen mittlerweile ein halbes Jahr eine Wohnung. Und in der Zwischenzeit wollen sie ihre Sachen auch sicher untergebracht haben."
Michel Galka, Lagerbox

Hinter vielen Türen stecken komplette Wohnungseinrichtungen. Aber es gibt auch gewerbliche Nutzer: Unser Reporter Nico Rau hat bei seiner Recherche eine Frau getroffen, die einen Online-Handel mit Restposten betreibt und in ihrer Lagerbox zwischen den Produktstapeln auch ein Büro eingerichtet hatte.

Deutsche häufen Sachen an, US-Amerikaner sind ortsungebundener

In Deutschland sind die Menschen sesshafter als in den USA. Und sie werfen ungern Dinge weg. Im Durchschnitt besitzen wir Europäer 10.000 Dinge. Wenn der Keller und der Dachboden dann voll sind, weichen wir gerne auf eine Lagerbox aus. Der Vorteil bei Umzügen ist, dass sie uns nötigen, uns die Sachen anzusehen und das zu verpacken, was wir behalten und mitnehmen möchten. 

"Gerade bei den Deutschen ist das Verhältnis zum Besitz relativ eigen. Man möchte wenig abgegeben, wenig wegschmeißen und das bietet dann auch das Potenzial für solche Lageroptionen."
Michael Voigtländer, Immobilienforscher am Institut der Deutschen Wirtschaft

Das hilft uns dann auch Sachen auszusortieren. Die US-Amerikaner sind flexibler, was den Wohnort angeht, und ziehen für einen Job auch eher in eine andere Stadt als ein arbeitssuchender Europäer. Um nicht immer den gesamten Hausrat mitzuschleppen, lagern sie ihr Zeug in Lagerboxen ein. 

Einlagern verboten: Menschen, Tiere, Drogen und Waffen

In der Regel weiß der Betreiber einer Lagereinheit nur, was nicht darin zu finden sein darf: Menschen, Tiere, leicht verderbliche Lebensmittel, Drogen und Waffen. Die Mieter müssen nicht angeben, was sie einlagern. Wer sich nicht daran hält, kann aber nicht sicher sein, dass ihm die Polizei nicht doch auf die Spur kommt. 

Vor ein paar Jahren gab es einen Fall in Krefeld bei dem Zoll und Polizei 4,5 Tonnen einer Chemikalie in einer Lagereinheit gefunden haben. Mit diesem Stoff hätte die Droge Crystal Meth im Wert von 750 Millionen Euro hergestellt werden können.

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