39 Landminen und 28 nicht explodierte Sprengkörper hat die Riesenhamsterratte Magawa bisher aufgespürt. Dafür hat sie jetzt den höchsten britischen Tierorden bekommen. Aber auch andere Tiere wurden für ihre Heldentaten schon ausgezeichnet.

Magawa sucht nach Landminen in Kambodscha. Die ausgebildete Landminensuchratte kann den Sprengstoff TNT riechen, der sich in den Minen befindet. Eine Fläche so groß wie ein Tennisfeld, schnüffelt sie in etwa einer halben Stunde ab. Ein Mensch mit Metalldetektor braucht dafür vier Tage. Auch, weil dabei häufig andere Metallgegenstände zum Vorschein kommen. Die Ratte sucht präziser und ist außerdem leichter. Ihr Körpergewicht kann die Sprengkörper nicht auslösen. Landminensuchratten werden auch in Mosambik und Tansania eingesetzt.

Auszeichnungen für heldenhafte Tiere

Magawa hat für ihre Arbeit jetzt die PDSA Goldmedaille erhalten, den höchsten britischen Tierorden, der von einer Tierschutzorganisation vergeben wird. Die vorherigen Preisträger waren vor allem Hunde. Etwa Polizeihunde, die von Kriminellen erst mit Messerstichen verletzt wurden und die Täter dann trotzdem noch gefasst haben.

Die Ratte Magawa frisst einem Menschen aus der Hand.
© PDSA
Die Spürratte Magawa im Einsatz.

Aber auch Haustiere wurden ausgezeichnet, beispielsweise der Hund Teddy. Er hatte Alarm geschlagen, als ein kleines Mädchen in einen Wäschetrockner geklettert war und das Programm gestartet hatte.

Tauben im Kampfeinsatz

In den USA und Großbritannien gibt es auch Kriegsorden für Tiere, mit denen auch Tauben ausgezeichnet wurden. Eine Taube hat in den USA besonderen Ruhm erlangt. Im Ersten Weltkrieg haben sich zwei US-amerikanische Truppen in Frankreich versehentlich gegenseitig befeuert. Die Taube "Cher Ami" wurde schließlich von einem Major losgeschickt und informierte die andere Seite. Dafür hat sie mehrere militärische Orden erhalten. Cher Ami wurde bei ihrem Einsatz verletzt und ist kurz darauf gestorben. Jetzt steht sie ausgestopft im National Museum of American History.

"In den USA ist Cher Ami fast sowas wie eine Nationalheldin."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova

Die Tierärztin Henriette Mackensen vom Deutschen Tierschutzbund findet Tierorden grundsätzlich gut, weil sie die Aufmerksamkeit auf besondere Leistungen von Tieren für Menschen richtet. Solange die Tiere trotzdem artgerecht gehalten werden und Ruhepausen bekommen.