Die Firma Tesla, Hersteller von Elektroautos, hat sich gerade bei Vegetariern und Veganern beliebt gemacht. Sie bezieht ihre Autositze jetzt nämlich nur noch mit Kunstleder. Echtes Leder steht nicht mehr zur Wahl. 

Vor etwa zwei Jahren noch hatte Tesla für seine Autositze nur echtes Leder im Sortiment. Bei einer Aktionärsversammlung hatte dann ein Ehepaar aus Texas den Antrag gestellt, dass Tesla auch vegane Sitzbezüge anbieten soll. 

"Hintergrund ist vermutlich, dass Kunden, die Elektroautos kaufen, eher einen nachhaltigen Lebensstil pflegen, häufiger Vegetarier sind und auch kein Leder im Auto​ haben wollen."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Die seitdem entwickelte Kunstledervariante kam dann anscheinend so gut an, dass der Elektroautohersteller sie jetzt standardmäßig in die Modelle Tesla S und Tesla X einbaut. Echtes Leder steht nicht mehr zur Wahl.

Denn die Herstellung von Leder geht ziemlich auf Kosten der Umwelt. Nicht nur, dass das Material von Tieren stammt, sondern auch das Gerben ist ein Problem. Dabei werden Chromsalze eingesetzt und die schaden der Gesundheit, wenn man mit ihnen in Kontakt kommt. Zum Beispiel sind Gerber in Bangladesch, Indien und China oft überhaupt nicht geschützt, wenn sie in den Becken mit der Chromlauge stehen. Außerdem entstehen große Mengen an giftigen Abwässern, die oft ungeklärt in die Flüsse geleitet werden. 

"Leder ist eine echte Umweltsau."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Ob das Kunstleder, das Tesla jetzt verwendet wesentlich umweltfreundlicher ist, lässt sich schwer sagen. Das Unternehmen macht keine Angaben dazu, welche Art von Kunstleder es verwendet. 

Häufig ist Kunstleder ein Mischgewebe auf Kunststoffbasis. Einzelne Bestandteile stammen also aus der Erdölindustrie. Solches Kunstleder ist ziemlich billig in der Herstellung, aber auch hier werden bei der Verarbeitung Chemikalien und Lösungsmittel eingesetzt. 

Nachhaltige Alternativen

Es gibt auf diesem Feld derzeit aber auch neue Entwicklungen, bei denen nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen, zum Beispiel Fasern aus Ananas- oder Eukalyptusblättern. Und es gibt auch Start-ups, die arbeiten mit Myzel, also den Wurzelfasern von Pilzen. 

Diese neuen, nachhaltigen Ledervarianten stecken derzeit aber noch sehr in den Anfängen.