Ein Leben ohne Auto kann in der Stadt gut funktionieren – aber hin und wieder brauchen wir doch eines. Es gibt viele Anbieter, über die wir dann Autos mieten können. Unser Reporter erklärt, worauf wir dabei achten müssen.

Schnell mal für die Party einkaufen oder einen Wochenendtrip ins Grüne planen: Wenn wir kein Auto besitzen, kann das ziemlich kompliziert werden. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Angeboten, über die wir dann einfach Autos mieten können: private Vermittlungsportale im Netz, gewerbliches Carsharing oder die klassische Autovermietung. Unser Reporter Nico Rau hat sich diese Angebote genauer angesehen. Die Aufgabe: 24 Stunden ein Auto zu mieten. Die Herausforderung: die Kosten und den Aufwand so gering wie möglich zu halten.

Versteckte Kosten bei privatem Carsharing

Nico hat sich für privates Carsharing entschieden. Solche Plattformen wie zum Beispiel Drivy, Snappcar und Turo funktionieren quasi wie ein Airbnb für Autos: Wir geben eine Adresse über die App oder ein Internetportal ein und bekommen verschiedene Autos in unserer Nähe angezeigt. Das kann auch das Auto unserer Nachbarin sein.

"Wenn Du das zusammenrechnest, bist du plötzlich bei 45 Euro statt 25 Euro. Da sollte man also genau hinschauen."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Auch die Auswahl ist sehr unterschiedlich: Vom 15 Jahren alten Polo bis zum neuen BMW ist alles dabei, sagt Nico. Er hat sich über das Portal Snappcar einen Ford Fiesta ausgeliehen. Der ist zehn Jahre alt, hat 100 Kilometer inklusive und steht gleich um die Ecke. Die angegebenen Kosten: 25 Euro pro Tag. Das hört sich im ersten Moment gut an, aber bei der Buchung kommen noch Versicherungs- und Servicegebühr obendrauf. Und bei anderen Anbietern kann Nico 200 Kilometer ohne zusätzliche Kosten fahren. Wenigstens waren die Übergabe und Rückgabe bei Nico gut – und der Vermieter war auch freundlich.

"Ich müsste in so einer Situation eigentlich sagen: Das Auto, das nehme ich nicht. Ich habe es aber genommen."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Trotzdem hat Nico sich nicht ganz wohl gefühlt beim Autofahren. Denn das Auto war schrottig, sagt er. "Vorsicht, die Bremsen müssen mal wieder gemacht werden. Und der Rückwärtsgang hakt schon mal", habe ihm der Besitzer bei der Übergabe mitgeteilt. Das geht, denn bei privatem Carsharing muss der Besitzer dafür sorgen, dass das Auto verkehrssicher ist und TÜV hat.

Carsharing kann eine gute und günstige Alternative sein, um an ein Mietauto zu kommen. Besonders, wenn wir in großen Städten leben – in kleineren gibt es oft nur wenige Angebote. Und ein paar Punkte sollten wir beachten:

  • Lest die Bewertungen der Vermieter auf den Portalen genau.
  • Schaut euch die Vertragsbedingungen genau an, bevor ihr mietet. Manchmal werden hohe Bearbeitungskosten bei einem Unfall fällig.
  • Checkt, ob es Bearbeitungsgebühren gibt und wie viele Kilometer im Preis inklusive sind.

Freefloater sind gut für kurze Strecken

Eine gute Alternative für kurze Strecken: Sogenannte Freefloater wie ShareNow – das ist der Zusammenschluss von CarToGo und DriveNow. Bei diesen Anbietern können wir in einer App sehen, wo das nächste Auto steht, es mieten, entsperren und los geht's. Am Ziel angekommen können wir es innerhalb des Stadtgebiets auf einem Parkplatz unserer Wahl abstellen. Das klingt sehr unkompliziert – und ist es auch. Aber Freefloater können teuer werden, denn wir zahlen nach Fahrminuten. Stehen wir im Stau und sind ca. 30 Minuten unterwegs, können schon mal 10 Euro und mehr zusammenkommen.

"Klappt total super, geht superschnell. Du zahlst dann nach Fahrtminuten. Das lohnt sich eher für kurze, spontane Fahrten."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Klassische Anbieter als Alternative für längere Fahrten

Auch die klassischen Autovermietungen wie Sixt bieten Carsharing an – allerdings bisher nur in Hamburg und Berlin. In Köln muss Nico zum klassischen Mietwagenbüro von Sixt gehen. Dort werden Mietautos aktuell für 0,28 Cent pro Minute angeboten, sagt er. Etwas günstiger im Preis ist das stationsbasierte Carsharing von Anbietern wie Cambio oder Flinkster. Da müssen wir allerdings erstmal zur Station kommen. Auch das kann für einen Tag schnell teuer werden: Die Kosten können bei 80 Euro und mehr liegen.

"Willst Du ein Auto wirklich für einen ganzen Tag leihen, dann wird das schnell zu teuer. Da liegst du dann bei 80 Euro und mehr."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter, über stationsbasiertes Carsharing

Nicos Tipp, um Kosten zu sparen: "Am besten bucht man solche Autos immer über ein Vergleichsportal." Das sind Plattformen wie etwa Check24 oder Billiger-Mietwagen. Da kostet zum Beispiel ein Opel Corsa oder ein Ford Ka rund 70 Euro pro Tag. Kein Jahr alt, gut gepflegt und mit professioneller Übergabe, sagt Nico. Außerdem fällt keine Selbstbeteiligung bei der Versicherung an und der Versicherungsschutz ist verlässlich. Aber auch hier gibt es einen Nachteil: Die Mietwagenstationen sind oft in Gewerbegebieten, weit weg vom Zentrum. In Nicos Fall waren es ganze sechs Kilometer.

"Da ist aber der Nachteil: Du hast oft weite Wege zur Station."
Nico Rau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter