"Babylon Berlin" zeichnet ein Bild der Kultur, Wirtschaft, Politik, aber auch der Unterwelt der Weimarer Republik. Millionen von Menschen sind Gereon Rath, Charlotte Ritter und Co. durch das wilde Berlin der 20er gefolgt. Warum fasziniert die Serie so viele Menschen - und ist das alles überhaupt realistisch?  Ein Vortrag von Hanno Hochmuth.

Der Mythos Babylon Berlin bezieht sich vor allem auf die Populärkultur, sagt der Historiker Hanno Hochmuth. Und Hochmuth lehnt es ab, sich auf historische Fehler in fiktionalen Filmen zu stürzen – die es in der Serie tatsächlich auch gibt. 

Grafik "Der nasse Fisch"
"Obwohl wir wissen, dass die Zwischenkriegszeit alles andere als golden war, hat sich der Ruf der Goldenen 20er Jahre bis heute erhalten."
Hanno Hochmuth, Historiker

Viel gewinnbringender findet er zu analysieren, was die Faszination am Berlin der 20er ausmacht und was das über unsere heutige Zeit aussagt. Der Erfolg der Serie beruht nicht zuletzt auch auf der Vermarktung Berlins als Partymetropole heute, sagt er im Vortrag zum Beispiel. Und auch politische Parallelen tragen seiner Ansicht nach zur Faszination bei: "'Babylon Berlin' ist gewissermaßen von der Realität eingeholt worden - 'Babylon Berlin' erzählt die Geschichte einer Demokratie in der Krise." 

"'Babylon Berlin' verrät mehr über die Gegenwart als über die 20er Jahre."
Hanno Hochmuth, Historiker

Hanno Hochmuth ist Historiker und Wissenschaftlicher Referent am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Seinen Vortrag "Mythos Babylon Berlin. Weimar in der Populärkultur" hat er am 12. November 2018 im Rahmen der Ringvorlesung "Weimars Wirkung. Das Nachleben der ersten deutschen Republik" gehalten, die vom Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Uni Berlin, der Stiftung Topographie des Terrors Berlin und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historisches Museum Berlin veranstaltet wurde. 

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