Die Schwimmbäder in Deutschland sterben langsam. Sie sind marode, viele müssen schließen. Für Städte ist es teuer, ein Schwimmbad erfolgreich zu betreiben. Schwimmbad-Manager Marc Riemann erklärt die Krise der Schwimmbäder.

Im Jahr 2000 gab es ungefähr 7800 Schwimmbäder in Deutschland, im Jahr 2018 waren es nur noch 6400. Für den DLRG, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, ist das ein Problem: So könnten nicht mehr alle Grundschulen Schwimmunterricht anbieten und den Kindern das Schwimmen beibringen. Nach einer Studie der DLRG sind 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer.

DLRG startet Petition "Rettet die Bäder"

Die DLRG hat deswegen die Petition "Rettet die Bäder" gestartet und bis in den Sportausschuss des Bundestags gebracht. Im Ausschuss sitzt auch Marc Riemann. Er ist dort als Sachverständiger und arbeitet sonst bei den Kölnbädern und ist im Vorstand der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen. Er weiß, wie anspruchsvoll der Betrieb eines Schwimmbades ist.

"Schwimmbäder sind dringend notwendig. Bäder sind Kulturgut in Deutschland."
Marc Riemann, Kölnbäder

Schwimmbäder sind immer sicherer geworden. Und damit sind sie auch teurer geworden. "Als Badbetreiber sind wir glücklich, wenn wir eine leichte, rote Null schreiben", sagt Marc Riemann.

Kommunen fehlt Geld für Schwimmbäder

Die vielen Paragrafen und Vorschriften, an die sich ein Schwimmbadbetreiber halten muss, seien aber gar nicht das Problem. Sondern: Viele Bäder sind zu alt. "Die meisten Bäder wurden vor 40, 50 Jahren gebaut", erklärt Riemann, "dementsprechend sind sie alt und marode". Den Kommunen fehle nun das Geld, die Sportinfrastruktur zu modernisieren. Das gelte auch für Sportplätze, Schulen, Sporthallen und so weiter.

"Die meisten Bäder wurden vor 40, 50 Jahren gebaut, dementsprechend sind sie alt und marode."
Marc Riemann, Kölnbäder

Marc Riemanns Kölnbäder können sich nicht alleine tragen. "Wir haben einen Zuschussbedarf von circa acht Euro pro Schwimmbadkunde", erklärt der Manager. Bei etwa 2,5 Millionen Kunden kommt eine enorme Summe zusammen. Die Stadt Köln erlaube sich das, kleinere Kommunen könnten das nicht mehr stemmen.

Dabei ist Schwimmen durchaus beliebt, Kurse sind gebucht, die Auslastung der Bäder ist gut. "Die Kapazitätsgrenzen der Bäder sind teilweise erreicht", sagt Marc Riemann, "wir erleben einen Boom des Schwimmens". Sein Wunsch: Es müsste viel Geld in die Hand genommen werden, Bäder müssten saniert werden. Und modern sanierte Schwimmbäder wären auch im Betrieb wieder günstiger. Das wird seine Position im Sportausschuss des Bundestages sein.