Auf dem eigenen Balkon können sich Hobbygärtner austoben. Wir wollten auf Instagram von euch wissen, welche Fragen ihr zum Gärtnern auf dem eigenen Balkon habt und haben diese von Bloggerin und Autorin Melanie Öhlenbach beantworten lassen. Die Antworten auf viele eurer Fragen könnt ihr hören, wenn ihr weiter oben auf dieser Seite auf den Player-Button klickt.

Bevor es an die Grundausstattung geht, sollt ihr euch zunächst fragen, welche Art von Pflanzen ihr auf eurem Balkon ziehen wollt: Blumen, Kräuter, Obst, Gemüse oder Salate, empfiehlt Melanie Öhlenbach. Je nachdem, was euer Ziel ist, benötigt ihr unterschiedliche Dinge, um mit dem Gärtnern anzufangen.

Ein bisschen hängt diese Entscheidung auch vom Standort eures Balkons ab, also davon, in welche Himmelsrichtung er ausgerichtet ist und wie hell es dort ist. Denn bekanntlich benötigen manche Pflanzen viel Sonne, andere gedeihen besser an einem schattigen Ort.

"Wenn die Pflanzen an einem schattigen Standort stehen und da überhaupt nicht hingehören, dann werden die vielleicht auch krank und dann macht das Gärtnern überhaupt keinen Spaß."
Melanie Öhlenbach, Journalistin und Buchautorin
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Für die Grundausstattung braucht es nicht viel, sagt Melanie Öhlenbach: eigentlich nur ein Gefäß, also einen Blumenkasten, eine Obstkiste oder etwas Ähnliches, ausreichend Erde, ein paar Pflanzen oder Saatgut und eine Gießkanne. Schon kann es losgehen.

Was im Garten wächst, kann man in der Regel auch auf dem Balkon pflanzen

Die Liste an Obst- und Gemüsesorten ist lang. Theoretisch wächst auf dem Balkon alles, was wir auch im Garten anpflanzen können. Ein paar Dinge sind dabei zu beachten:

  • geeigneter Standort je nach Pflanzen (hell oder schattig)
  • ausreichend gießen
  • genügend Nährstoffe zugeben: ab und zu mal düngen
  • besonders sogenannte Starkzehrer (Tomaten, Kartoffeln, Süßkartoffeln) entziehen dem Boden viele Nährstoffe - ausreichend Flüssig- oder Trockendünger verwenden
  • heller Nordbalkon: z. B. Feldsalat, rote Bete, Sauerampfer, Gartenmelde, Schnittlauch, Petersilie oder Pilze pflanzen
  • Ost- oder Westbalkon: hier lässt sich fast alles pflanzen
  • wer unregelmäßig zu Hause ist und selten gießt: z. B. Duftgeranie, Natterkopf, Sukkulenten, Fetthenne, Ziersalbei pflanzen
  • nicht zu viel düngen, das schwächt die Pflanzen und macht sie angreifbarer für Schädlinge wie Blattläuse
  • statt Pflanzenschutzmitteln kann man auch mal abwarten, ob die Natur mithilft: Vögel, Marienkäfer und Florfliegenlarven helfen gegen Schädlinge
  • Erde eher aufbereiten, statt sie jährlich auszuwechseln, indem man Kompost, Ziegelsplit oder Sand hinzugibt
  • nach drei Jahren kann man sie in einen Wurmkomposter geben, auf den Kompost tun oder im Biomüll entsorgen (zuvor bei den Abfallbetrieben informieren, ob das erlaubt ist)
  • DIY-Vogelscheuche: CD-Bruchstücke als 'reflektierendes' Mobile installieren, um beispielsweise Tauben abzuhalten
"Ich bin mindestens eine Stunde pro Tag auf dem Balkon, aber tatsächlich eher zum Genießen. So ein Balkongarten ist wirklich pflegeleicht."
Melanie Öhlenbach, Journalistin und Buchautorin
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Bienenfreundliche Pflanzen

Bienenfreundliche Pflanzen auszusäen, hält Melanie Öhlenbach für eine gute Idee. Dass Bienen, Wildbienen oder Hummeln stechen, davor müsse man keine Angst haben, denn die seien in der Regel nicht aggressiv, wenn sie ausreichend zu fressen haben, sagt die erfahrene Balkongärtnerin.

Vor allem Wildpflanzen wie Wiesenflockenblumen, Leimkraut, Schafgarben - die gibt es auch als Pflanzenmischungen, die man leicht im Blumenkasten aussähen kann. Sowohl Biene als auch Mensch freuen sich über die klassischen Küchenkräuter als auch über die mediteranen Kräuter wie Salbei, Thymian und Oregano, sagt Melanie Öhlenbach.

"Grundsätzlich können Lavendel und Rosmarin draußen bleiben. Ich sage grundsätzlich, weil mein Rosmarin zickt bei mir oft, den kriege ich auch nicht immer über den Winter."
Melanie Öhlenbach, Journalistin und Buchautorin

Manche Pflanzen können den Winter unbeschadet auf dem Balkon überstehen - Lavendel und Rosmarin gehören beispielsweise dazu. Melanie Öhlenbach hat allerdings auch schon die Erfahrung gemacht, dass ihre Rosmarin in der Kälte eingegangen ist. Sie hat ein paar Tipps, wie man die Pflanzen wetterfest machen kann:

  • Topf einwickeln
  • an die Hauswand stellen
  • auf ein Brett stellen, um den Topf von unten zu isolieren
  • im Herbst/ Winter die Töpfe in einen Sack mit Laub stecken
  • an frostfreien Tagen gießen, damit die immergrünen Pflanzen nicht vertrocknen
"Auf 'Mitesser' muss man sich leider immer einstellen, ob im Garten oder auf dem Balkon."
Melanie Öhlenbach, Journalistin und Buchautorin