Noch verwalten standardmäßig Banken unser Geld und sorgen für Transfer und Verfügbarkeit. Einiges deutet darauf hin, dass das in Zukunft anders sein wird.

Die Deutsche Bank strauchelt und die Commerzbank auch. Noch ist alles offen, doch schon heute ist zumindest ein nicht mehr komplett unrealistisches Szenario, dass es eine dieser Banken oder sogar beide bald Insolvenz anmelden.

Der ehemalige Investmentbanker Rainer Voss ist spätestens nach seinem Auftritt im Dokumentarfilm "Master of the Universe" als Kritiker des Finanzmarkts bekannt. Er sagt: Das System hat ausgedient. Banken wird es in Zukunft nicht mehr geben.

"Der Zug ist abgefahren."
Rainer Voss

Früher hätte es ein Internet der Daten gegeben, sagt Voss. Jetzt haben wir ein Internet der Dinge, in dem Geräte und Gegenstände über das Netz miteinander verbunden sind und kommunizieren.

Und was wir bekommen werden, sagt Voss, ist ein Internet der Werte. Ein Internet, in dem wir neue Wege haben werden, Vermögenswerte untereinander zu übertragen, ohne dass eine Bank beteiligt wird.

Schon heute ohne Banken

Ohne Banken ist schwer vorstellbar, ist doch bisher alternativlos: Geld hat man auf der Bank, dort kommt neues drauf, von dort geht es zum Beispiel zum Vermieter. Doch schon heute nutzen wir Finanzdienstleister, die mit der Bank nichts mehr zu tun haben - zum Beispiel Paypal, Google Wallet, Apple Pay, Amazon Payments.

"Früher haben Banken immer nur abgewartet, ob irgendwas Neues kommt. Heute legen sie sich mit Apple, Google und Amazon an. Allein Apple kann mit seinen Barreserven 15 Mal die Deutsche Bank kaufen. Da brauchen die keinen Kredit für."
Rainer Voss

Aber nicht nur Unternehmen wie Google und Apple bedrohen die Banken - auch Kryptowährungen wie Bitcoin tragen dazu bei, die Notwendigkeit von Banken ein wenig zu reduzieren.