Tanja, ursprünglich aus einem Dorf in der Steiermark, wohnt seit sieben Jahren in Helsinki. Annemaries Freundin Anja lebt in Georgia. Wie bleiben Freundschaften trotz räumlicher Entfernung bestehen? Welche Enttäuschungen müssen Fernfreundschaften verkraften? Helfen Social Media oder machen sie die Freundschaft oberflächlicher? Fragen, die wir in diesem Ab21-Podcast beantworten.

Tanja hat eine WhatsApp-Gruppe mit ihren drei besten Freund*innen zuhause in Österreich und kommuniziert auch viel via Instagram. Kleine Infos und Bilder aus dem Alltag helfen, die Intimität über die Entfernung hinweg aufrecht zu erhalten, sagt sie.

"Es geht ja nicht immer um große Sachen, wie Erfolge oder Misserfolge, sondern auch einfach um: 'Hey, ich style mich gerade' oder 'Ich trink hier nen Kaffee'."
Tanja Törnroos, lebt in Helsinki und pflegt ihre alten Freundschaften in Österreich

Annemarie aus Jena hat früher mit ihrer Freundin Anja abends in der Mensa gern Soljanka gegessen. Heute kann sie ihr nur ein Foto von einer einsamen Suppenschüssel nach Georgia schicken, wo Anja inzwischen mit ihrer Familie wohnt. Die beiden vermissen sich. Aber genau das ist es, was eine entfernte Freundin eben so besonders macht, sagt Annemarie.

Ein Mittel, um Freundschaften über Entfernung aufrecht zu erhalten: Austausch über den Alltag

Bevor es Internet und Social Media gab, schrieben sich Freunde über Distanzen noch Briefe auf Papier. Als Kulturhistorikerin hat sich Annemarie mit Freundschaften zwischen DDR- und Bundesbürgern beschäftigt: Fernfreundschaften unter sehr erschwerten Bedingungen, denn die Stasi checkte die Briefe, und Besuche zwischen Ost und West waren nur selten möglich.

Wie gut oder schlecht die Bedingungen auch sein mögen: Befreundet zu bleiben – dazu gehören immer zwei, die das wirklich wollen, da ist Annemarie sich sicher.