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Wem gehört die Region Bergkarabach? Der Konflikt der Nachbarländer dauert schon lange: Seit Jahrzehnten kommt es immer wieder zu Kriegen zwischen Armenien und Aserbaidschan, denn beide sehen sich im Recht. Über die Zeit haben zehntausende Menschen ihre Heimat verloren oder kamen ums Leben.

Die Region Bergkarabach ist nur wenig größer als das Saarland. Aber der Konflikt um die Region nimmt seit Jahrzehnten kein Ende.

Denn: Sowohl Aserbaidschan als auch Armenien beanspruchen das Gebiet für sich. Und beide Staaten haben ihre Argumente: Die eine Seite sagt, das Gebiet gehöre offiziell zu Aserbaidschan. Die andere Seite argumentiert, dass Bergkarabach hauptsächlich von einer armenischen Bevölkerung bewohnt werde.

Armenisch oder aserbaidschanisch?

2006 enthüllen archäologische Grabungen die Reste einer Stadt, die auf dem historischen Territorium des antiken armenischen Fürstentums Arzach erbaut worden war. Im ersten und zweiten Jahrhundert vor Christus zählte das Fürstentum zu Armenien. Laut armenischen Historikerinnen und Archäologen sei dort in der Folgezeit eine armenisch-apostolische – also christliche – Herrschaft aufgebaut worden.

Ihre aserbaidschanischen Kolleginnen und Kollegen halten dieselbe Ausgrabung zwar auch für die Reste einer Stadt im Fürstentum Arzach, verorten die Region allerdings nach Albania, dem Vorgängerreich Aserbaidschans, nicht zu verwechseln mit dem heutigen Albanien.

Nicht anerkannte Republik Arzach

Wie komplex der Konflikt ist, wird 2017 noch einmal klar, als sich die "Republik Bergkarabach" den Namen "Republik Arzach" gibt. Die internationale Staatengemeinschaft erkennt diese Republik allerdings nicht an. Nicht zuletzt auch wegen des Streits zwischen den beiden Nachbarländern.

Die Vereinten Nationen bezeichnen Bergkarabach als Teil Aserbaidschans und fordern in mehreren Resolutionen die Konfliktparteien auf, ihre Streitigkeiten friedlich beizulegen.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Osteuropa-Expertin Eva Maria Auch erläutert, warum Aserbaidschan Anspruch auf Bergkarabach erhebt.
  • Soziologin Tessa Hofmann beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Armenien und Bergkarabach.
  • Journalistin Sabine Adler hat lange als Korrespondentin für den Deutschlandfunk in Moskau gearbeitet und erläutert die Interessenslagen, die die verschiedenen Konfliktparteien in dieser Kaukasusregion haben.
  • Autor und Ethnologe Christoph Benedikter berichtet über die Zerstörung von Kulturgütern und christlichen Stätten in Bergkarabach.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert einige Aspekte der Geschichte Bergkarabachs zwischen Armenien und Aserbaidschan.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Veronika von Borries erinnert an den Krieg um Bergkarabach, der am 16. Mai 1994 mit einem Waffenstillstand endete.