Jahrzehntelang wurden die Exkremente von Bergsteigern einfach am Gletscher gelassen. Doch das "ewige Eis" ist kein gutes Klo. Denn in Zeiten des Klimawandels schmelzen die Gletscher. Und die befördern Dinge ins Tal, die man dort nicht haben will.

Der Massentourismus in den Bergen hinterlässt auch auf den höchsten Gipfeln der Welt seine Spuren: Am Mount Everest, den jährlich Hunderte besteigen, wird der Müll zum Problem. Seit 2015 gilt deshalb: Jeder Bergsteiger muss mindestens acht Kilogramm Müll wieder mit nach unten nehmen, sonst droht eine Strafe.

Am Denali in Alaska (früher Mount McKinley) gibt es noch ein anderes Problem: Jahrzehntelang wurde der Kot der Bergsteiger im Gletschereis vergraben oder in Spalten geworfen. Und das könnte durch den Klimawandel zum Problem werden. Wenn das Gletschereis nämlich taut und zig Tonnen Exkremente freigibt, könnten die am Ende zum Beispiel Flüsse verschmutzen.

66 Tonnen Kot auf dem Denali-Berg

Forscher haben berechnet: Rund 66 Tonnen Kot könnten sich auf dem höchsten Berg Nordamerikas angesammelt haben, wie unsere Reporterin Verena von Keitz berichtet. 

"Lange dachte man, dass der Kot, den man in Schnee und Eis hinterlässt, nicht wieder auftauchen würde."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Experimente am Berg zeigen, dass viele Bakterien im Kot überleben, auch wenn sie lange im Eis eingefroren waren. Seit letztem Jahr dürfen Bergsteiger ihre Fäkalien am Denali nur noch oberhalb von 4000 Metern in einer bestimmten Gletscherspalte entsorgen. Alles andere muss wieder mit runter.

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Gefrorene Fäkalien in der Tonne

Für Bergsteiger gibt es darum kleine grüne Container, in die jeder seine Hinterlassenschaften packen kann. "Die Tonne eignet sich auch zum Draufsetzen. Und sie hat ein Ventil, damit du Gase, die sich in der Tonne bilden, ablassen kannst", berichtet unsere Reporterin.

"Wer professionell unterwegs ist, packt inzwischen eine Clean Mountain Can ein: Das ist eine fest verschließbare, kleine Kunststofftonne, in die etwa zehn bis 14 Portionen reinpassen."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auf der Website der Nationalparkbehörde heißt es, im Test haben die Container Stürze aus 1,20 Metern Höhe auf Beton bei Minus 18 Grad unbeschadet überstanden. Und offenbar, so Verena von Keitz, halten sich viele Bergsteiger und Outdoor-Freunde an diese "Leave no Trace"-Policy.

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Übrigens: Wer als Bergsteiger auch im Wald sein Geschäft möglichst sauber erledigen will, der buddelt am besten ein kleines Loch und rührt danach mit einem Stöckchen um. Dann wieder Erde drüber. So vermischt sich der Kot besser mit der Erde und wird schneller abgebaut, sagt unsere Reporterin.

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