Die Regierung lässt Räume eines autonomen Zentrums in Berlin räumen. Begründung: Wir brauchen den Platz für Flüchtlinge. Seitdem gibt es Krawalle.

In Berlin brennen mal wieder Autos. Grund dafür ist die Rigaer Straße. Dort gibt es ein Haus, in dem vermehrt Linke, radikale Linke und Autonome leben oder zumindest ein- und ausgehen. Die meisten haben zwar seit Jahren einen richtigen Mietvertrag, doch einige sind heute noch solche, die man gemeinhin als Besetzer bezeichnet. Unabhängig vom Wohnverhältnis: Das Haus ist Anlaufstelle für die Szene, von der wohl auch immer mal wieder Gewalt ausgeht.

Manche Nachbarn, Polizisten und Politiker stören sich an dem Haus, wollen es schließen lassen. Seit langem gibt es einen Streit, der seit Jahren schwelt, etwa wenn die Polizei vor Ort für Ruhe sorgen will und dafür vom Hausdach mit Steinen beworfen wird.

Fahrräder weg

Jetzt ist der Streit eskaliert. Die Polizei hat einige Räume des Hauses in der Rigaer Straße geräumt und Gegenstände entfernt, zum Beispiel Fahrräder. Seitdem ziehen Autonome und Sympathisanten durch Berliner Straßen, greifen Banken und Jobcenter an, fackeln Autos ab.

Die Politik begründet die Räumung damit, in den Räumen Flüchtlinge unterzubringen. Die Hausbewohner halten dagegen: Das ist ein Vorwand. Hier sollen nie Flüchtlinge einziehen. Auch Lorenz Maroldt, Chefredakteur der Berliner Zeitung "Der Tagesspiegel" glaubt nicht, dass in das Haus jemals Flüchtlinge einziehen werden.

"Natürlich hat der Hauseigentümer Interesse daran, dass das Ganze beendet wird irgendwann. Die Bewohner zahlen keine hohe Miete. Es ist eine ständige Belästigung für die Nachbarn."
Lorenz Maroldt

Maroldt hofft, dass nach der Wahl am 18. September ein neues Gespräch gesucht wird, um die Wogen zu glätten.