Als was möchte ich später arbeiten? Mit der Frage sollte sich jeder und jede ernsthaft auseinandersetzen. Gekoppelt mit einem guten Plan sind die Chancen auf einen coolen Beruf hoch, sagt Berufsberaterin Uta Glaubitz.

Mit Blick auf das Ende der Schulzeit oder des Studiums kommt die Frage auf, wie es in Zukunft weitergehen soll. Der Einstieg in den Beruf steht an. Das kann Angst machen – gerade auch in Zeiten, die durch viele Unsicherheiten geprägt sind, wie aktuell.

Angst vor Entscheidungen

"Das Thema berufliche Zukunft ist häufig mit Angst besetzt", sagt Berufsberaterin Uta Glaubitz. Sie erlebt oft, wie sich Menschen mit ihrer Angst blockieren und keine Entscheidungen treffen können.

Nachrichten über immer neue Entwicklungen der Corona-Pandemie befeuern die Entscheidungsangst zusätzlich, sagt Uta Glaubitz. Unabhängig davon ruft sie zur Selbstbestimmtheit auf: "Auch in dieser schwierigen Zeit gilt es, das Steuer selbst in der Hand zu halten", erklärt sie.

"Die Leute haben unglaubliche Angst davor, falsche Entscheidungen zu fällen und fällen danach gar keine, was die falscheste Entscheidung von allen ist."
Uta Glaubitz, Berufsberaterin

Die Berufsberaterin empfiehlt ganz klar, sich einen Zukunftsplan zu machen. Angefangen mit der Frage "Was will ich langfristig beruflich erreichen?", so Uta Glaubitz.

Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema führe zu einer Absicht und die wiederum gebe die nächsten Schritte vor. Ist das erklärte Ziel zum Beispiel eine Karriere als Gerichtsmedizinerin oder Gerichtsmediziner, ist der Weg dahin kleinteilig und dafür braucht es neben einem Fokus auch Vorbereitung, sagt sie.

Plan neu ausrichten und weitermachen

Auf diesem Weg kann es natürlich auch zu Entscheidungen kommen, die doch nicht so wirklich passen. Wenn uns die begonnene Ausbildung oder das neue Studium doch nicht da hin bringen, wo wir hinwollten. Aber auch das ist erlaubt, sagt Uta Glaubitz. In so einem Fall gilt es, erneut auf die Ausgangsfrage zu blicken und weiterzumachen.

Plan für Berufsweg: Klar und zielorientiert

In ihrer Arbeit als Berufsberaterin nimmt Uta Glaubitz hingegen häufig wahr, dass sich Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger nach dem Abschluss treiben lassen. Statt zielorientiert einen Plan zu verfolgen, schwimmen sie orientierungslos in einem Pool der Möglichkeiten von einer Gelegenheit zur nächsten.

Berufsplanung geht anders, findet sie. Auch auf den Zufall zu setzen, sei möglich, für eine erfolgversprechende Karriere aber kontraproduktiv. Sie rät daher also zum gutdurchdachten Plan, der sei auch nach der Corona-Pandemie relevant.

"Wenn ich mich einfach nur treiben lassen will und will dann irgendwo als Büropflanze enden – da muss man nicht viel steuern. Aber wenn man einen coolen Beruf haben will, muss man das langfristig anvisieren und sich überlegen, was sind meine Schritte dahin?"
Uta Glaubitz, Berufsberaterin