In einer Genfer Filiale der Schweizer Bank UBS hat jemand versucht, zehntausende Euro im Klo runterzuspülen. Kreativer Versuch. Wir erzählen euch, was sonst noch alles so mit Geldscheinen passieren kann – auch unbeabsichtigt – und wie man die Kohle anschließend wieder aus dem Feuer kriegt.  

In Genf war nicht nur die Banktoilette verstopft. Weitere Banknoten – alles 500-Euro-Scheine – tauchten danach auch in den Kloschüsseln einiger Restaurants in der Umgebung auf, bestätigte die Genfer Staatsanwaltschaft. Die Banknoten sind vor dem Hinunterspülen vermutlich mit einer Schere zerschnitten worden. Die Aktion war nicht nur teuer – sie hinterließ auch teure Spuren: Die verstopften Abflussrohre mussten für mehrere tausend Franken repariert werden.

Der Vorfall ereignete sich bereits Mitte Mai. Die Zeitung "La Tribune de Genève" berichtet, das Geld habe spanischen Frauen gehört, die es vor einigen Jahren in einem Safe deponierten. Sie sind demnach im Frühjahr das letzte Mal in der Bank gewesen, das zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera. Offiziell wurde das bislang nicht bestätigt.

"Geldwäsche" ist harmlos

Geld im Klo runterspülen macht den Scheinen an sich nichts, erklärt Michael Erbert von der Bundesbank in Mainz. Die Banknoten bestehen nämlich aus reiner Baumwolle und sind wasserresistent. Außerdem gut zu wissen, wenn ihr euren 50-Euro-Schein zum Beispiel in der Jeanstasche vergessen habt und die dann in der Waschmaschine landet: Auch Hitze kann den Scheinen nichts anhaben – wenn sie nicht zu hoch ist.

"Geld kann man bedenkenlos mitwaschen. Wenn es zu heiß wird, kann es aber ein wenig schrumpfen."
Michael Erbert, Gruppenleiter bei der Bundesbank in Mainz

Bei den Scheinen ist es also wie bei einem T-Shirt, dass bei 90 Grad einlaufen kann, sagt Erbert.

Angerissen, angekokelt, bekritzelt

Auch mit einem Schein, auf dem eine Telefonnummer notiert wurde, darf man bezahlen. Das soll zwar nicht sein, kommt aber schon mal vor, so Erbert. Dasselbe gelte, wenn ein kleiner Riss im Schein sei oder ein Eckchen fehle.

"Leicht beschädigte Banknoten landen irgendwann mal bei uns und werden dann aus dem Verkehr gezogen."
Michael Erbert, Gruppenleiter bei der Bundesbank in Mainz

Ganz anders sei das bei schwer beschädigten Geldscheinen, die verbrannt, kontaminiert oder – wie bei dem Fall in der Schweiz – zerrissen oder zerschnitten wurden. Diese Banknoten könnten nur von Analyse-Zentren der Bundesbank oder anderer nationaler Zentralbanken bearbeitet werden.

Mögliche Fälle, warum das Geld beschädigt wird

  • Vorsatz / Mutprobe: Menschen stecken sich eine Zigarette mit einem Geldschein an
  • Krankheit oder Selbstmordversuch: Menschen heben Geld ab und überschütten sich und das Geld mit Benzin

2015 habe jemand an 30 verschiedenen Stellen in Darmstadt Banknoten-Schnipsel weggeworfen, erzählt Erbert. 90.000 Euro in achttausend Teilen – zahlreiche Teile seien bis heute nicht aufgetaucht.

Wenn euer Hund Scheine lecker findet…

Ein Geldschein kann auch Gerüche annehmen – zum Beispiel wenn ein Hund sie gefressen hat…

"Das ist nicht weiter tragisch, die kommt wieder – aber Sie müssen halt 24 Stunden warten. Danach ist die Banknote kontaminiert."
Michael Erbert, Gruppenleiter bei der Bundesbank in Mainz

In solchen Fällen muss die Banknote gereinigt und die Bundesbank darüber informiert werden, was damit passiert ist. 

"Die Kollegen benutzen dann ganz gerne Handschuhe."
Michael Erbert, Gruppenleiter bei der Bundesbank in Mainz

Nicht nur die Bundesbank, auch viele Volksbanken, Sparkassen oder andere Institute würden den Kunden in solchen Fällen weiterhelfen. Sie täten das aber aus Kulanz, erklärt Erbert. Nur die Bundesbank sei zur Hilfe verpflichtet.

Wenn sich allerdings herausstellt, dass die Banknoten vorsätzlich beschädigt wurden, dann werden sie durch die Bundesbank nicht ersetzt.