Bei der Beseitigung von Forstschäden setzt das Land Thüringen auf ungewöhnliche Methoden: Im Landkreis Hildburghausen soll die Bundeswehr abgestorbene Bäume wegsprengen. Warum die Holzgewächse zum Fall für Soldaten werden, hat uns Horst Sproßmann vom Thüringer Forstamt erklärt.

Es ist ein ungewöhnlicher Einsatz für die Bundeswehr. Zwar bewegen sich die Soldaten bei ihren Übungen und Einsätzen oft auch durch den Wald, doch das Sprengen von Bäumen gehört sicher nicht zu den alltäglichen Aufgaben. Es geht um circa 30 abgestorbene Buchen und Fichten, denen Hitze, Stürme und der Borkenkäfer zugesetzt haben.

Fällung zu gefährlich für Waldarbeiter

Doch warum werden die Bäume ein Fall für die Bundeswehr – genauer: für das Panzerpionierbataillon 701? Das Problem: Die Bäume stehen in einer Steilhanglage und könnten auf Straßen und Wege krachen, wenn sie nicht beseitigt werden. Versuche der Beseitigung durch das Forstamt Thüringen haben aber gezeigt, dass die technischen Möglichkeiten nicht ausreichten, sagt Horst Sproßmann, Sprecher von Thüringenforst. Für die Waldarbeiter sei ein Einsatz unter den Bäumen viel zu gefährlich, da Äste aus den abgestorbenen Baumkronen herabzufallen drohen.

"Die Gefahr ist sehr groß, dass aus den abgestorbenen Baumkronen einzelne Äste herausbrechen und unsere Waldarbeiter treffen."
Horst Sproßmann, Sprecher Thüringenforst

Da die Bäume eine besondere Gefahrenlage darstellen, die schnell beseitigt werden müsse, sei man sehr froh um die kurzfristige Unterstützung der Bundeswehr. Die Beauftragung einer Fremdfirma hätte zu viel Zeit gekostet. Zwar sei die Sprengung der Bäume eine seltene Vorgehensweise, aber in der Forstwirtschaft nicht ganz unbekannt, sagt Horst Sproßmann. Anders als bei der Fällung, sei das Holz nach der Sprengung allerdings zerstört und allenfalls als Brennholz nutzbar.

Von der Sprengstoffschnur bis zum Sprengpaket

Bäume können auf verschiedene Weise gesprengt werden, so der Forstexperte. Bei Sprengschnüren werden mit Sprengstoff präparierte Schnüre um den Baum oder den Ast gelegt. Ein andere Möglichkeit ist, ein Loch in den Stamm zu bohren und mit Sprengstoff zu füllen. In beiden Fällen werde natürlich aus sicherer Entfernung gezündet, so Sproßmann. Da das Holz der Buche härter ist, brauchen die Soldaten für diese Bäume mehr Sprengstoff.

"Die Buche ist ein Hartholz, entsprechend wird der Sprengmeister hier Unterschiede machen."
Horst Sproßmann, Sprecher Thüringenforst