Auch bei der Wohnungssuche sollten wir vorsichtig mit unseren Daten umgehen. Betrüger nutzen die Situation aus, dass besonders in Großstädten viele verzweifelt nach einer Wohnung suchen. Um an unsere Daten und unser Geld heranzukommen, setzen Kriminelle Fake-Wohnungsanzeigen ins Netz und fordern beispielsweise Kopien unseres Personalausweises an.

Die Stiftung Warentest hat unter anderem über einen Fall berichtet, bei dem Betrüger eine Ferienwohnung angemietet hatten, um sie dann wiederum auf einem Immobilienportal zur Miete anzubieten. Ein Makler zeigte Interessenten die Wohnung und forderte sie am nächsten Tag dazu auf, eine Kaution zu überweisen, um den Zuschlag für die Wohnung zu bekommen. Gleich mehrere Wohnungssuchende haben daraufhin das Geld überwiesen und dadurch zwischen 4.000 bis 5.000 Euro an die Betrüger verloren.

"Seriöse Eigentümer oder auch Makler verlangen nie Geld, bevor man den Vertrag oder die Schlüssel in den Händen hat."
Matthias Bauer, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg:

Zu den verbreitetsten Abzock-Maschen zählen Anzeigen mit Fake-Bildern, die sich die Betrüger aus dem Netz besorgen. Sie bieten also entweder eine Wohnung an, die es so gar nicht gibt oder eine Wohnung, die es zwar gibt, die schon vermietet ist. Oft werden Kaution und mehrere Monatsmieten vorab verlangt. Entweder ohne, dass der Interessent sich die Wohnung selbst ansehen konnte oder ohne, dass er einen Mietvertrag unterschrieben hat.

Wohnungen in Toplagen, die besonders attraktiv und teuer sind, werden angemietet. Bei Angeboten, in denen eine große, schön geschnittene Wohnung zu einem günstigen Preis angeboten wird, sollten wir deshalb vorsichtig sein, sagt unsere Reporterin Krissy Mockenhaupt.

Fotos wie aus einem Hotelprospekt

Woran Fake-Angebot zu erkennen sind:

  • das Angebot ist besonders preiswert – eine große Wohnung für eine geringe Miete
  • die Bilder sehen aus wie aus einem Hotel-Prospekt – unwichtige Details wie Türknäufe werden gezeigt
  • die Bilder und die Beschreibung passen nicht zusammen
  • aus dem Ausland arbeitende Betrüger nutzen Übersetzungsprogramme, fehlerhafte Anzeigentexte können ein Hinweis auf einen Fake sein
  • es gibt keinen konkreten Anbieter – ein Vermieter oder Makler wird nicht genannt, es heißt nur "von privat" – Empfehlung: Ansprechpartner im Internet recherchieren
  • Empfehlung: checken, ob es die Adresse wirklich gibt

Vorsicht vor Identitätsdiebstahl

Dass ein Vermieter eine Schufa-Auskunft oder Gehaltsnachweise verlangt, ist üblich. Allerdings sollten wir genau darauf achten, welche persönlichen Daten wir weitergeben. Fordert ein vermeintlicher Vermieter uns dazu auf, ihm eine Kopie unseres Personalausweises zu schicken, sollte uns klar sein, dass das ungewöhnlich ist.

Betrüger können unsere Daten nutzen, um sich beispielsweise mit unserem Namen auf Verkaufsportalen wie Ebay als Verkäufer auszugeben. Der Täter verkauft dann Waren, die er aber nie an Käufer ausliefert.

"Man soll in solchen Fällen mitteilen wie man heißt, welche Kontaktdaten man hat. Aber es ist dringend davon abzuraten, irgendwelche Kopien mit den Personalausweisdaten weiterzureichen an Menschen, die man nicht kennt."
Siegmund Chychla, Mieterverein zu Hamburg

Was tun, wenn wir betrogen wurden

Wer merkt, dass er betrogen wurde, sollte am besten sofort eine Anzeige bei der Polizei erstatten und auch seine Bank darüber informieren. Allerdings stehen die Chancen schlecht, das Geld zurückzuerhalten, wenn wir schon Geld überwiesen haben.

Eine Anzeige können wir auch erstatten, wenn wir zu einer Vorabzahlung aufgefordert wurden, das Geld aber nicht überwiesen haben. Auch das könnte im Zweifel schon als ein versuchter Betrug gewertet werden. Wenn Vorabzahlungen eingefordert werden, ist das ein relativ sicheres Zeichen für eine Betrugsmasche, sagt Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er empfiehlt: "Ihr solltet niemals Geld bezahlen, bevor ihr einen Mietvertrag unterschrieben habt. Dabei handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um eine Betrugsmasche."