Energy-Drinks, spezielle Betten oder Schuhe mit Extra-Grip: Teure Gimmicks für die Gaming-Welt entdecken immer mehr Branchen für sich. So richtig sinnvoll sind aber nur die wenigsten.

In Deutschland wurden im Jahr 2018 circa 850 Millionen Euro für Konsolen, Controller und anderes Zubehör ausgegeben. Über die Hälfte der deutschen Gamer sind über 30, noch mehr sind über 20 Jahre alt und damit vermutlich ziemlich kaufkräftig. Das sind zwei Gründe, die viele Firmen in letzter Zeit dazu verleitet haben, spezielle Produkte für Gamerinnen und Gamer zu produzieren. Viele davon gab es auch davor schon ohne den Zusatz "speziell für Gamer".

Leistungsboost als Verkaufsargument

Da wäre beispielsweise der "LevlUp-Gamingbooster", ein Energydrink in Pulverform mit den knalligen Neonfarben rot, orange, grün oder blau. Die Werbung dazu verspricht eine "extra Portion Performance" und der Drink soll für alle Gamer sein, die einen extra Leistungskick nötig haben, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher.

Gamerin Olivia Schmidt, ehemalige E-Sportlerin und aktiv als Twitch-Streamerin "Oli Pocket", findet Energiebooster während des Spielens grundsätzlich sinnvoll, weil natürlich die Konzentration nach einiger Zeit nachlässt.

"Ich glaube jeder, der mal Games gezockt hat, die über einen sehr langen Zeitraum sehr viel Aufmerksamkeit und Konzentration von dir verlangen, wird wissen: Irgendwann lässt das nach."
Olivia Schmidt, ehemalige E-Sportlerin und aktiv als Twitch-Streamerin "Oli Pocket"

Bei Konzentrationsabfall sei ein sinnesschärfender Drink nicht schlecht, so Olivia Schmidt. Möglicherweise würden aber auch Tee, Kaffee oder herkömmliche Energydrinks den gleichen Effekt bieten.

Auf Anfrage erklären die Hersteller, dass ihre "Gaming Booster auf die Bedürfnisse von Gamern angepasst" sind. Wo genau der Unterschied zu anderen Drinks sein soll, wird nicht klar, sagt Thomas Ruscher. Dennoch soll das Unternehmen im Monat mehr als eine Million Euro Umsatz machen.

Mehr Komfort für bessere Gaming-Leistung

Um es den Gamern so bequem wie möglich zu machen, haben einige Hersteller spezielle Gaming-Stühle entwickelt, die wie Sitze aus einem Formel-1-Wagen aussehen. Für diesen Luxus dürfen Gamerinnen aber auch gerne mal um die 1000 Euro zahlen. Doch die absolute Luxusvariante bietet ein japanischer Hersteller an: Ein Gaming-Bett inklusive Kühlschrank, Handyhalterung und extra bequemen Kissen.

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Auch dieses Bett kostet um die 1000 Euro. Für alle, die dann doch ab und zu aufstehen wollen, haben die Schuhhersteller Adidas und Puma sich an speziellen Gaming-Schuhen versucht.

Gaming-Schuhe als ineffektives Modeaccessoire

Puma hat beispielsweise den "Active Gaming Schuh" herausgebracht, der sich laut offizieller Werbung perfekt an alle Spielmodi wie Seek-, Attack-, oder Defense-Modus anpassen könne, indem er genügend Grip und Unterstützung liefert. Für Gamerin Olivia Schmidt ist das nicht wirklich sinnvoll: "Ich spiele nicht mit meinen Füßen."

Doch wie viele andere Produkte kommen auch diese Schuhe in der Gaming-Szene gut an, zumindest so gut, dass die Schuhe laut Puma-Chef Bjørn Gulden nach anfänglichem Belächeln doch schnell ausverkauft waren.