Auf lange Sicht könnte es auf unserem Planeten etwas eng werden, wenn sich die Menschheit weiterhin so rasant vermehrt wie in den letzten 100 Jahren. Gut, wenn wir dann in der Lage wären, auf dem Mond Brot zu backen oder frisches Bier zu brauen.

Die Weltbevölkerung wächst pro Tag um rund 230.000 Menschen an. Deswegen könnte es irgendwann notwendig sein, auf dem nahegelegenen Mond autarke, menschliche Siedlungen zu gründen. Im Rahmen eines Wettbewerbs für Experimente auf dem Mond hat sich ein Team von jungen Ingenieursstudenten in den USA jetzt Gedanken darüber gemacht, ob es möglich ist, auf dem Mond Bier zu brauen.

Grundlagenforschung mit Hefekulturen

Auch wenn es nach einer Verschwendung von Forschungsgeldern klingt, hat das Experiment durchaus einen ernsten wissenschaftlichen Hintergrund. Die Nachwuchs-Ingenieure der University of California in San Diego wollen wissen, wie sich Hefepilze bei geringer Schwerkraft verhalten, also ob diese Kulturen im All lebensfähig und damit in der Lage sind, alkoholhaltiges Bier herzustellen. Sollte das Team sein Experiment zum Mond schießen dürfen, könnte es wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie sich hefehaltige Medikamente und Lebensmittel auch hier auf der Erde entwickeln lassen.

Dosenbier inklusive eigner Brauerei

Die Mondbrauerei soll ungefähr so groß wie eine Bierdose sein und aus drei Kammern bestehen. Unfermentiertes Bier wird noch auf der Erde in die oberste Kammer eingefüllt. In die mittlere Kammer kommt die Hefe, die mithilfe von Sauerstoff aus der alkoholfreien Mischung aus Malz und Wasser erst richtiges Bier herstellt. Wenn das Raumfahrzeug dann auf dem Mond landet, öffnet sich ein Ventil zwischen den beiden Kammern, Bier und Hefe vermischen sich und im Laufe einer chemischen Reaktion entstehen Alkohol und Kohlensäure.

Falls die Hefe es schafft, auch in der Schwerelosigkeit ihren Job zu erfüllen, öffnet sich ein zweites Ventil, sodass die Hefe dann vom fertigen Bier getrennt wird und in die unterste Kammer absinkt. Um die Erfolgsaussichten des Experiments zu erhöhen, kommen besonders stressresistente Kulturen zum Einsatz, die Temperaturschwankungen von plus 120 und minus 230 Grad Celsius besonders aushalten. Aber erst im März verkündet eine internationale Jury, welches Mini-Labor zum Mond fliegen darf und welches nicht.