Bike-Sharing

Obike droht die Pleite

Obike hat seinen Firmensitz in Singapur: Dort ist die Firma pleite. Die Lage in Deutschland ist noch unklar, aber ans Telefon geht niemand mehr. Und wer räumt eigentlich all die Räder weg, wenn die Insolvenz kommt?

Obike hat Ende Juni den Betrieb in seinem Heimatmarkt Singapur eingestellt. Danach hat ein Insolvenzverwalter die Kontrolle über das Unternehmen übernommen. Das Problem für Obike war, dass die Behörden in Singapur neue Regeln für Leihfarrad-Anbieter eingeführt hatten. Denn in dem Stadtstaat hat es immer mehr Leihräder von diversen Firmen gegeben. Die Behörden haben versucht, durch Lizenzgebühren die Zahl der Anbieter zu begrenzen.

In Singapur ist die Kaution der Obike-Kunden weg

Für Obike bedeutete das anscheinend die Pleite. Tausenden Kunden in Singapur sind ihre hinterlegten Kautionen flöten gegangen, umgerechnet zwischen 12 und 30 Euro. Das Geld ist vermutlich weg. Die Kautionen wurden von dem Unternehmen nicht sicher zurückgelegt. Laut Heise Online geht es um rund vier Millionen Euro. 

Auch in Deutschland war zum Start von Obike eine Kaution fällig, sogar in Höhe von 79 Euro. Eine Kaution war aber nur in den ersten Wochen Bedingung und wurde später abgeschafft.

Ist Obike auch in Deutschland insolvent?

Was das Ganze für Obike in Deutschland bedeutet, ist noch unklar. Website und App sind noch zu erreichen. Es gibt keinen Hinweis, dass der Geschäftsbetrieb eingestellt wird. Doch städtische Behörden, die bei Obike nachfragen, wie es denn um die Firma bestellt sei, bekämen zurzeit keine Auskunft.

Beispiel München: Die Stadt sagt, dass sie bei Obike keinen Ansprechpartner mehr habe. Außerdem: Wer die Telefonnummer des Unternehmens in München wählt, hört die Ansage "Rufnummer nicht erreichbar".

In München sind viele genervt von den Leih-Rädern

Obike wollte in München den Großteil seiner Leihräder im Frühjahr einsammeln. Die verwahrloste Flotte sorgt dort schon lange für Ärger. Doch bislang ist nichts passiert.

"Es lief von Anfang an nicht besonders mit Obike in München und auch in anderen deutschen Städten."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

In München lagen die 7000 Fahrräder schon kurz nach dem Start vor allem in Büschen herum oder sie waren defekt. Doch die Stadt kann die Räder nicht so einfach entfernen, solange die Firma noch existiert.

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