Es gibt immer mehr Bike-Sharing-Anbieter. Egal ob leuchtend orange, knallgrün oder silber: Mieträder leihen wir fast immer über eine App. Aber wir bezahlen sie nicht nur mit Geld, sondern auch mit unseren Daten. 

Wir haben uns für euch angeguckt, wie sich die verschiedenen Bike-Sharing-Anbieter unterscheiden. Erst einmal gibt es Angebote mit oder ohne Station. Bei denen mit Station könnt ihr das Rad nur an einer solchen ausleihen und wieder zurückgeben. Das hat den Vorteil, immer zu wissen, wo genau Räder sind, ist aber nicht so flexibel. Bei Angeboten ohne Station könnt ihr das Fahrrad innerhalb eines bestimmten Radius überall abstellen.

  • Bike-Sharing kostet zwischen 50 Cent und 1,50 Euro pro halbe Stunde. 
  • In der Regel gibt es auch einen Höchstsatz pro Tag. 
  • In manchen Städten ist das Leihfahrrad sogar im Abo für den Nahverkehr mit drin und kostet dann gar nichts extra.
"Was euch aber klar sein muss: Ihr zahlt immer nicht nur mit eurem Geld, sondern auch, indem ihre eure Daten zur Verfügung stellt."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Anbieter können eure Daten weitergeben

Jeder Bike-Sharing-Anbieter bekommt von euch Daten. Obligatorisch sind Name und Handynummer. Auch die Übermittlung von GPS-Daten müsst ihr erlauben, damit ihr mit dem Rad geortet werden könnt. 

Gregor Kolbe von der Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Daten auch weitergegeben werden können. Eure Daten zeigen, wo ihr lang fahrt und wie häufig. Das kann zum Beispiel dafür genutzt werden, dass ihr Werbung für einen Laden auf dem Weg bekommt.

"Dem Kunden ist das meistens nicht klar. Das muss deutlich transparenter gemacht werden. Damit die Kunden das auch bei der Entscheidung für einen Anbieter berücksichtigen können."
Gregor Kolbe, Verbraucherzentrale
Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

Wohin genau die Daten weitergegeben werden, ist teilweise nicht transparent. Der Anbieter Obike hängt gerade ein Prüfverfahren in Sachen Datenschutz an. Eine Sicherheitslücke bei dem Unternehmen könnte dafür gesorgt haben, dass unter anderem Kontaktinformationen und Bewegungsdaten von Nutzern für eine Weile frei im Netz einsehbar waren. Das hat der Bayerische Rundfunk recherchiert.

Zwiespältig sind auch die Scores, mit denen die chinesischen Anbieter Obike und Mobike arbeiten: Jeder fängt mit einer bestimmten Punktzahl an. Wer zum Beispiel defekte Räder meldet, kriegt extra Punkte und für viele Punkte gibt es dann eine Belohnung. 

"Diese Punkte-Scores erinnern doch sehr an das umstrittene Punktesystem, mit dem China seine Bürger zu besseren Menschen formen möchte."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Ihr bekommt aber auch Punkte abgezogen, wenn ihr das Rad falsch abstellt. Bei zu wenigen Punkten explodiert entweder der Preis oder ihr werdet direkt blockiert. Eine Gebühr fürs falsche Abstellen gibt es aber auch bei den Anbietern ohne Scores.

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