Eine US-Studie hat gezeigt: Wer durch ein Coaching selbstbewusster ist und dadurch besser Mathe lernt, hat weniger finanzielle Probleme und trifft auch sonst gute Entscheidungen. 

An der Ohio State University wurde eine Studie mit 200 Psychologie-Studenten durchgeführt. Sie mussten eine Prüfung im Fach Statistik bestehen, um ihr Studium fortzusetzen. 

Forscher haben untersucht, welche Auswirkungen es hat, diese Studenten zu coachen. Dabei ging es nicht um Nachhilfe in Mathematik, sondern um psychologische Übungen. 

"This study showed that knowing how to use numbers is important for everyone, even if you think you’re not using math. Numeracy helps people in their everyday lives.”

Ein Teil der Studenten bekam am Anfang des Semesters Übungen, die ihnen dabei helfen sollten, sich ihrer Werte im Leben bewusst zu werden. Die Studenten sollten sich selbst besser verstehen lernen und was ihnen im Leben wichtig ist. 

Dieses Training hatte Auswirkungen auf die Leistung der Studenten in dem Statistik-Kurs: Sie waren deutlich besser als eine Kontrollgruppe, die diese Übungen nicht gemacht hatten. Die Forscher hatten die Mathe-Skills dadurch indirekt verbessert.

Schneeballeffekt ausgelöst

Das Coaching löste eine Art Schneeballeffekt aus: Wer selbstbewusster war, traute sich von Anfang an mehr in Mathe zu, war weniger gestresst in dem Kurs – hatte deshalb mehr Erfolgserlebnisse, war dann motivierter, sich reinzuhängen und dadurch auch tatsächlich besser. 

Die Kettenreaktion ging sogar über die Erfolge im Statistik-Kurs hinaus, schreiben die Autoren der Studie. Diese Studenten waren auch in einem Test zu Wirtschaftswissenschaften besser, hatten längerfristig ihre Finanzen besser im Griff und lebten gesünder. 

Wer besser Mathe kann, lebt gesünder

Sie rauchten seltener und hatten weniger ungeschützten Sex, als die Studenten, die kein Coaching erhalten hatten. Die hatten am Ende des Semesters wiederum eher Geldsorgen und verhielten sich auch insgesamt unvernünftiger.

Das führen die Forscher darauf zurück, dass jemand, der ganz gut rechnen kann, auch Wahrscheinlichkeiten besser einschätzen kann. Und sich weniger von Emotionen leiten lässt. Das hat natürlich zur Folge, dass wir uns vernünftiger verhalten.

Erfolge nicht durch verbessertes Selbstbewusstsein

Dass die besseren Lebensentscheidungen auf Mathe-Kenntnisse zurückzuführen sind und nicht auf ein gestiegenes Selbstbewusstsein, ließ sich auch nachweisen. Die Studenten, die die Übungen mitgemacht hatten, sind insgesamt in ihrem Studium nicht besser geworden. Erfolge, die durch ein verbessertes Selbstbewusstsein kommen, hätten sich aber auf alle Fachbereiche auswirken müssen.