Wer sein Ohr ins Tierstimmenarchiv steckt, wird Erstaunliches hören: Nicht nur Vogelstimmen und Säugetierlaute, sondern auch Fischestimmen.

Karl-Heinz Frommolt ist Bioakustiker und sammelt für das Tierstimmenarchiv alle Arten von Lauten. Die Sammlung hat bislang 120.000 Tonaufnahmen auf digitalen Tonträgern gespeichert. Darunter sind 1800 Vogelarten, 580 Säugetierarten und - Fische, Amphibien, Reptilien und Insektenarten.

Dem Biologen Frommolt und seinem Team geht es aber nicht darum, nur Stimmen von Tieren zu archivieren, damit sie noch hörbar sind, selbst wenn sie bereits ausgestorben sind. Sein Ziel ist es, den gesamten Bestand an Tierstimmen zu erfassen.

"Uns geht es in erster Linie darum, Methoden zu entwickeln, um eine Bestandserfassung vornehmen zu können."
Karl-Heinz Frommolt, Bioakustiker

Für diese umfangreiche Sammlung stellen die Wissenschaftler Mikrofone zum Beispiel im Nationalpark Unteres Odertal auf. Permanent werden dort Tierstimmen und Laute aufgezeichnet wie zum Beispiel der Ruf des kleinen Sumpfhuhns. Das hat dort kein Forscher live gesehen. Mit der Aufnahme können die Wissenschaftler aber beweisen, dass das kleine Sumpfhuhn tatsächlich in dem Nationalpark vorkommt.

Genaue Zahlen, also wie viele Tiere bestimmter Arten vorkommen, können die Wissenschaftler mit ihrer Methode noch nicht liefern. Mit Hilfe der kontinuierlichen Erfassung kann Karl-Heinz Frommolt aber feststellen, ob die Tier nur durch ein bestimmtes Gebiet ziehen oder ob sie sich dort dauerhaft angesiedelt haben.

Wer gerne ein besonders schönes Gezwitscher dabei haben möchte, kann sich sogar Tierstimmen als Klingeltöne herunterladen.

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