Filesharing wird wieder häufiger genutzt: Wer Lust auf aktuelle Musik, Filme und Serien hat, klickt sich wieder auf die einschlägigen Plattformen und zieht sich sein Zeug illegal. 

2011 machte der Filesharing-Service Bittorrent mehr als 50 Prozent des gesamten Uploads der USA und Europas aus. Das heißt: Die User haben Abermillionen von Daten auf die Plattform hochgeladen und so aktuelle Kinofilme, Serien und Musik zum Download angeboten. Kostenlos und illegal.

Der abschließende Teil der Harry-Potter-Saga war ebenso verfügbar wie das neue Album von Lady Gaga. Und wer die erste Staffel von "Game of Thrones" gucken wollte, konnte sich alle Folgen im Netz ziehen, lange bevor überhaupt klar war, wann es eine deutsche Erstausstrahlung geben würde. Kurz: Musik und Filme wurden ohne Ende geteilt.  

"Netflix und Co. haben funktioniert: 2015 war die Quote der Bittorrent-Uploads deutlich gesunken."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Dabei haben es viele User gar nicht darauf angelegt, ihre Lieblingsserien illegal zu saugen. "Da wurde auch viel gefordert, dass es einfach bessere Angebote geben müsse, wo die Nutzer bequem und zu einem akzeptablen Preis dann auch Filme und Musik konsumieren können", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler. Als dann Netflix, Spotify, Amazon, Hulu und all die anderen ihre Streaming-Angebote starteten, schien die Lösung gefunden: 2015 war die Quote der Bittorrent-Uploads deutlich gesunken.

Filesharing wird wieder stärker

Doch nun steigen die Bittorrent-Uplaods wieder an, vor allem in Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Das hat das Unternehmen Sandvine analysiert und spekuliert: Die vielen exklusiven Angebote der Streaming-Anbieter treiben die User wieder auf illegale Download-Plattformen. 

Denn "Game of Thrones" gibt es nur bei einem Anbieter, Netflix produziert eigene Serien, die es nur bei Netflix zu sehen gibt, Amazon und all die anderen machen es genauso. "Wer jetzt gerade nicht das Abo bei Netflix oder bei Sky hat, aber unbedingt diese Serie gucken will, der kann dann eben motiviert sein, sich den Kram illegal über Filesharing zu besorgen", sagt Konstantin Köhler.

"Im Prinzip gibt es kein attraktives Angebot, mal eben legal gegen eine geringe Gebühr in guter Qualität einen Film oder eine ganze Serie gucken zu können."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Die Streaming-Dienstleister setzen fast nur auf Abo-Modelle. Wer eigentlich nur den einen exklusiven Film gucken möchte, muss gleich ein Abo abschließen. "Abos sind für die Streaming-Dienstleister viel lukrativer als Einzelverkäufe", erkläutert Konstantin Köhler, "zum einen, weil sie natürlich jeden Monat Geld bekommen, zum anderen, weil sie Abonnenten viel eher dazu kriegen, treue Kunde zu bleiben". So lange das so bleibt, dürfte es auch illegales Filesharing geben.

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