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Der Black Friday ist nicht nur eine Rabattschlacht. Weil so viel bestellt wird, fällt auch jede Menge Verpackungsmüll an. Und es ist gar nicht so leicht, da für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.

Auf allen Plattformen blinken uns die Supersonderangebote entgegen. Denn die Rabattschlacht findet längst nicht nur am letzten Freitag im November statt, sondern hat sich inzwischen zu einer Black-Friday-Week ausgeweitet. Eine ganze Woche günstig online shoppen – da fällt nicht nur jede Menge extra Müll an. Es wird auch sehr viel mehr durch die Gegend gefahren, es entsteht also auch mehr CO2. Bei einigen Anbietern kann man da schon freiwillig was draufzahlen für einen CO2-Ausgleich. So versprechen Ebay und Zalando beispielsweise, dass sie mit der freiwilligen "Klimaschutz-Gebühr" von 25 Cent Umweltschutz-Projekte unterstützen.

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Es gibt auch Anbieter, bei denen freiwillig recycelte Verpackungen gewählt werden können, zum Beispiel welche, die mit Retouren zurückgekommen sind. Auch beim Verpackungsmaterial gibt es Wahlmöglichkeiten. Statt Luftpolsterfolie wird dann Stroh zum Polstern verwendet. Das lohnt sich vor allem, weil viele Produkte in viel zu großen Kartons verschickt werden, in denen dann entsprechend viel Füllmaterial ist.

Wer einen Karton will, der nicht um ein vielfaches größer ist als das bestellte Produkt, hat es allerdings schwer, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Matthis Dierkes. Ein Argument sei nämlich, dass Paketboten die größeren Kartons besser stapeln könnten. Es gibt aber teilweise die Möglichkeit, zumindest mehrere Produkte in einer Lieferung zusammenzufassen, so dass sie in einem Karton landen. Insgesamt findet aber ein Umdenken statt, damit nicht mehr so viel Platz im Paket und letztlich auch im Lieferfahrzeug verschenkt wird.

"Gerade, wenn man diese ökologischen Aspekte betrachtet, geht es halt immer mehr dahin, dass wir sagen müssen: Ok, wir müssen Platz im LKW einsparen. Wir müssen Pakete optimieren."
Benedikt Mättig, Fraunhofer-Institut Dortmund

Benedikt Mättig vom Fraunhofer-Institut hat deshalb eine Software mitentwickelt, die helfen soll, Pakete intelligenter und mit weniger Luft zu packen. Es gibt auch schon Maschinen, die Pakete individuell verpacken können, indem sie den Karton automatisch auf die perfekte Größe zuschneiden. Die sind allerdings extrem teuer und lohnen sich deshalb nur für ganz große Händler.

Wiederverwendbares Verpackungsmaterial

Eine weitere Möglichkeit, aber noch ein ziemliches Nischenprodukt, sind wiederverwendbare Klappboxen aus Recyclingmaterial. Darin ist ein Netz enthalten, das die Produkte an Ort und Stelle hält. Statt Klebeband gibt's nen Klettverschluss. Statt Paketsticker ein digitales Display. Und zusätzlich sind die Boxen mit Sensoren versehen, die das Paket nachverfolgbar machen, damit es nicht verloren geht. Gerade die Sensoren sind allerdings der Punkt, wo es dann doch nicht mehr ganz so nachhaltig ist, sagt Verpackungsforscherin Elisabeth Süßbauer von der Technischen Universität Berlin.

"Nur durch technische Innovationen werden wir nicht zu der Ressourcen-Schonung kommen, die wir gerne hätten. Also da machen wir uns dann ein bisschen was vor."
Elisabeth Süßbauer, Technische Universität Berlin

Den Paketversand nachhaltiger zu machen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt. Aber am nachhaltigsten ist es am Ende, einfach weniger zu bestellen und vor allem weniger zurückzuschicken. Das hilft Umwelt und Klima am meisten.