Um die 3000 Agenten arbeiten in der neu gebauten Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Und das eigentlich: streng geheim. Aber nun zeigt er in einem Showroom Details zur Arbeit.

Ja, BND gewährt Einblick. Aber: Der bleibt natürlich beschränkt. Die Exponate im Besucherzentrum sind genau ausgewählt, den richtigen Arbeitsalltag können wir nicht beobachten. Eher wird den Besucherinnen und Besuchern ein bisschen Agenten-Romantik präsentiert, so beschreibt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Robert Ackermann den neuen Showroom.

Neuer BND-Showroom: Nur Agenten-Romantik

Umgebaute Uhren mit eingebauten Kameras, Lederschuhe mit Geheimfächern im Absatz oder Puderdöschen mit eingebautem Versteck – Die gezeigten Exponate stammen allesamt aus den 50er und 60er Jahren. Aktuelle Ausrüstung zeigt uns der BND nicht.

"Da sind dann so raumhohe Bildschirme und interaktive Konsolen, auf denen die digitalen Info-Screens plötzlich transparent werden."
Robert Ackermann, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

In der Ausstellung stehen große Bildschirme. Hinter diesen hängt zum Beispiel eine Sprengstoffweste aus Afghanistan, eine Gas-Ultrazentrifuge, mit der man Uran für Atomwaffen anreichern kann und sogar ein Flugabwehr-Raketensystem. "Wir sind ja auch für die Sicherheit unserer Soldaten im Ausland zuständig", erklärt BND-Sprecherin Isabelle Kalbitzer, "Wir arbeiten zusammen mit anderen Diensten. Und so ist es durchaus Aufgabe und möglich, Waffensystem zu beschaffen und anzuschauen."

"Daran können wir natürlich ablesen, vor welchen Gefahren unsere Soldaten im Ausland stehen. Und deswegen ist es immens wichtig, solche Objekte zu sammeln und zu analysieren."
Isabelle Kalbitzer, Sprecherin Bundesnachrichtendienst

Dass der BND nun seine Türen öffnet, heißt aber nicht, dass sich auch Agenten oder Agentinnen vorstellen. Das Besucherzentrum ist in einem separaten Gebäude am Rand des großen BND-Geländes untergebracht. "Trotzdem habe ich einiges über die Arbeit und vor allem die Quellen des BND gelernt", sagt Robert Ackermann, "Das sind zum einen Menschen als Informanten und digitale Kommunikation – E-Mails und so weiter. Aber das ist auch die Auswertung von Satellitenbildern und Luftbildaufnahmen."

Eine Sprengfalle in der Ausstellung des neuen Besucherzentrums des Bundesnachrichtendienstes.
© picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
Eine Sprengfalle in der Ausstellung des neuen BND-Besucherzentrums

Die Ausstellung zeigt, dass der BND auch öffentlich zugängliche Informationen aus Zeitungen nutzt. Mit dem gesammelten Material erstellt der BND dann geheime Berichte für beispielsweise die Kanzlerin, damit sie Bescheid weiß, was gerade wirklich im Iran oder auf den Schlepper-Routen im Mittelmeer passiert.

"Wer ein Gebäude für eine Milliarde Euro mitten ins Zentrum von Berlin stellt, wird natürlich mehr wahrgenommen, als im bayrischen Pullach, wo der BND vorher saß. Mit dieser Art von Pseudo-Transparenz versuchen sie wohl auch, auf Kritiker zu reagieren."
Robert Ackermann, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Kritik an der Arbeit des BND und diverse Affären, die es gab, werden in der Ausstellung nicht thematisiert. Aber die Ausstellung an sich ist eine Reaktion auf die Kritik, der BND arbeite nicht transparent, so unser Reporter.