An der Frankfurter Börse ist ein Indexfonds mit Cannabis-Produkten erstellt worden. Wer darin investieren will, sollte das mit Vorsicht tun.

Zu dem Exchange Traded Fund (ETF) mit Cannabis-Produkten gehören 13 Unternehmen, die alle in irgendeiner Form mit Cannabis zu tun haben. Victor Gojdka aus dem ARD-Börsenstudio nennt ein paar Beispiele:

  • Ein Unternehmen forscht an Cannabis-Medikamenten. Eines davon soll gegen eine spezielle Hautflechte helfen.
  • Eine Gartenbaufirma hat sich auf Düngemittel für Cannabis spezialisiert. Unter anderem stellt sie auch einen Anbaubehälter her, in dem eine Mischung aus Wasser und Nährstoffe für das Wachstum der Pflanze ohne Erde sorgt.
  • Ein US-Unternehmen vermietet und verkauft spezielle Gewächshäuser für die Cannabis-Aufzucht.
"Das sind nicht nur Medizin-Firmen, wie man vielleicht denken könnte, das sind auch ganz andere Firmen, die sonst noch mit Cannabis zu tun haben."
Victor Gojdka, ARD-Börsenstudio

Verschiedene Studien haben errechnet, dass 2019 rund 15 Milliarden US-Dollar mit legalen Cannabis-Produkten verdient worden seien. Investoren glauben, dass diese Zahl um ein Vielfaches steigen könnte, wenn Cannabis in weiteren Ländern legalisiert werden sollte. Deshalb sei das Interesse an diesem Cannabis-ETF groß.

"Man hofft, dass die Anleger an der Frankfurter Börse jetzt bereit sind, sich den Cannabis-Produkten zu öffnen."
Victor Gojdka, ARD-Börsenstudio

In Kanada ist Cannabis legalisiert, in verschiedenen Bundesstaaten der USA ebenfalls, in Deutschland bislang nur für medizinische Zwecke. Dennoch gibt es die Hoffnung, dass deutsche Anleger ebenfalls das Potenzial der Cannabis-Produkte entdecken, erklärt Victor Gojdka.

Cannabis-ETFs sind riskant

Experten raten allerdings zur Zurückhaltung, sagt Victor Gojdka. Die Risiken eine Investition in Cannabis-Produkte sei hoch, weil sich die politische Lage in den amerikanischen Bundesstaaten wieder verändern kann. Strengere Gouverneure könnten Cannabis wieder verbieten. Dann würde auch weniger Cannabis verkauft werden.

Bei manchen medizinischen Produkten sei Cannabis außerdem noch in der Testphase und noch nicht offiziell zugelassen. Wenn die scheitert, wäre die Investition verloren.

Bei ETFs oder Aktienindizes rechnet man mit langfristigen Renditen. Weil sich das Risiko beim Cannabis-ETF nicht gut abschätzen lässt, ist es sehr vage, darin sein Geld zu investieren.

Kurse entwickeln sich sehr verschieden

Victor Gojdka hat Kurse verschiedener Cannabis-Unternehmen miteinander verglichen. Manche Kurse seien enorm gestiegen, andere enorm gefallen. Mittelfristig könnte es sein, dass große Cannabis-Unternehmen das Rennen machen, während kleinere vom Markt verschwinden.

"Das Risiko ist da und das ist auch nicht zu unterschätzen."
Victor Gojdka, ARD-Börsenstudio