Stinktiere versprühen einen unangenehmen Duft, von dem uns schlecht wird, Stachelschweine halten sich ihre Gegner mit widerhakenbesetzten Stacheln vom Leib - und der Bombardierkäfer - der hat eine Kanone im Hintern.

Man sieht es dem Bombardierkäfer nicht unbedingt an, aber für seine Feinde kann er ganz schön gefährlich werden. Wenn er sich bedroht fühlt, richtet der 1,5 Zentimeter große Käfer sein Hinterteil auf seine Gegner und verspritzt mit einem lauten Knall explosionsartig eine bis zu 100 Grad heiße, ätzende Flüssigkeit.

"Eine richtige Multifunktionswaffe: Knallt laut, ist glühend heiß und ist ätzend, wie eine Säure."
Tierexperte Dr. Mario Ludwig über den Bombardierkäfer

Für diese Art der Selbstverteidigung ist ein sehr komplizierter chemischer Vorgang notwendig: Der Käfer produziert nämlich in bestimmten Drüsen, den sogenannten Pygidialdrüsen, zwei chemisch äußerst reaktive Substanzen, und zwar einmal Hydrochinon und einmal Wasserstoffperoxid. Und diese beiden Substanzen reagieren dann in einer sogenannten Explosionskammer sehr heftig mit den Enzymen Peroxidase und Katalase.

"Tolle Sache, ein Käfer hat im Körper eine Explosionskammer!"
Tierexperte Dr. Mario Ludwig über den Bombardierkäfer

Bei der Reaktion wird sehr viel Wärme frei und die entstandenen Benzochinone, sowie der entstandene Wasserdampf, werden mit hohem Druck nach außen geschleudert. Das Abfeuern der Hinterleibskanone wird durch ein blitzartiges Zusammenziehen und Entspannen einer Membran im Explosionsapparat selbst reguliert. Der Käfer selbst bleibt bei der Explosion unverletzt.

Der Bombardierkäfer kann sogar um die Ecke schießen

Der gesamte Hinterleib des kleinen Käfers ist super beweglich. Er kann sogar unter sich hindurch nach vorne feuern. Und der Clou: Der Bombardierkäfer kann um die Ecke schießen. Das schafft er mit scheibenförmigen Reflektoren, mit deren Hilfe er den Spritzstrahl nach links und rechts umlenken kann. Für den Menschen ist der Bombardierkäfer nicht gefährlich, aber eine Kröte könnte er schon erlegen. Sein Chemiekalienvorrat im Körper reicht für bis zu 20 Schuss. Und er kommt auf eine Reichweite von 20 Zentimetern.