Nach dem Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat die Polizei heute Morgen einen Mann festgenommen, den die Ermittler nach allem, was sie bisher wissen, für den Täter halten.

Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung ist der mutmaßliche Täter ein 28-jähriger Mann. Die Ermittler halten Sergej W. aber nicht für einen Terroristen. Der Verdacht ist, dass der Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus aus Geldgier verübt wurde.

Borussia Dortmund ist der einzige deutsche Club, der an der Börse notiert ist. Und der Mann soll an der Börse darauf gesetzt haben, dass die Aktien des BVB stark fallen. 

Tathergang nach bisherigen Ermittlungen:

Nach Überzeugung der Ermittler ist das Ganze so abgelaufen: Der Tatverdächtige hat online 15.000 Aktien des BVB gekauft, aber mit einer besonderen Option, der Put-Option. Das ist ein Finanzwerkzeug, mit dem Anleger auf fallende Kurse wetten können. Das hätte ihm offenbar mehrere Millionen Euro einbringen können. Aber nur dann, wenn die Aktie in den Keller gerauscht wäre.

Moritz Küpper, Landeskorrespondent NRW
"Diese Put-Optionen sind eine negative Wette, da wettet man auf fallende Kurse. Und das, was das Delta dazwischen ist, das verdient man dann."

Um die Aktien kaufen zu können, hat er einen Verbraucherkredit aufgenommen. Dann hat er sich in das Hotel eingemietet. Er hat zwei Termine geblockt, weil zum Zeitpunkt der Planung noch nicht feststand, wann der BVB spielt. Als der Termin dann feststand, hat er explizit ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf die Straße bestellt.

Die Transaktion der Aktien wurde dann kurz vor dem Anschlag über die IP-Adresse des Hotels abgewickelt, in dem auch die Mannschaft des BVB vor dem Champions League Spiel gewohnt hat, und vor dem die drei Bomben explodiert sind. Auf die Schliche gekommen sind die Ermittler dem Täter, weil die Bank, über die der 28-Jährige die Aktien gekauft hat, die Transaktion gemeldet hat mit dem Verdacht auf Geldwäsche.

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