Während der Zeit, als alle wegen Corona zu Hause bleiben mussten, haben es viele wieder für sich entdeckt: Das Brettspiel. Das zeigt auch der gestiegene Umsatz der Spiele-Branche: Um ein Viertel ist er in den ersten fünf Monaten dieses Jahres gestiegen. Die Zeiten des Brettspiels sind noch lange nicht vorbei.

Im Gegenteil, sie halten schon sehr lange an. Seit mehr als 40 Jahren wird etwa die Auszeichnung "Spiel des Jahres" verliehen. Jetzt steht auch der Gewinner diesen Jahres fest: "Pictures" von Daniela und Christian Stöhr.

Brettspiel erfordert kreative Ideen

Im Spiel müssen die Teilnehmenden verschiedene Foto-Motive nachstellen. Dafür stehen ihnen verschiedene Utensilien zur Verfügung, etwa Bauklötze, Schnürsenkel und Symbolkarten. Urteil der Jury: Hier sind kreative Ideen und Abstraktionsvermögen gefordert.

"Ob ein Spiel gefällt, hängt vom individuellen Spieler-Typ ab. Beliebt sind aber häufig Spiele, in denen Kommunikation erfordert wird."
Silke Christensen, Inhaberin des Brettspiel-Cafés Würfel und Zucker

Silke Christensen ist Inhaberin eines Brettspiel-Cafés und sie findet, die Auszeichnung ist mehr als verdient. Ein Spiel zu gestalten, das auch unterschiedlichen Spieltypen gefällt, sei nämlich gar nicht mal so leicht. Häufig aber sind Spiele beliebt, wenn sie viel Kommunikation unter den Spielenden erfordern.

Spiele sind oft Mischformen

Dann gibt es natürlich auch die Strategen, die gerne über ihre Spielzüge grübeln, sagt Silke Christensen. Aber meistens sei es so, dass sich die Ansätze vermischen: Viele kommunikative Spiele erfordern auch Strategie und andersrum. Meistens sei also für jede Person etwas dabei. Das zeigt auch ein kleiner Blick auf die Nutzung von Brettspielen: Über drei Viertel der 14 bis 34-Jährigen greifen mindestens einmal im Monat in die Spielekiste.

"Die Siedler von Catan hat 1995 das Brettspiel noch mal revolutioniert."
Silke Christensen, Inhaberin des Brettspiel-Cafés Würfel und Zucker

Trotz Internet und Gaming hält sich das Brettspiel wacker. Ein richtiges Comeback feierte es 1995 als die "Siedler von Catan" erschien, meint Silke Christensen. Danach sei es zwar wieder etwas eingebrochen, doch spätestens seit diesem Jahr, erleben Brettspiele wieder einen Höhenflug.