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Jetzt ist es offiziell: Großbritannien und die EU haben sich getrennt. Vor einem Jahr hat EU-Politikerin Irina von Wiese noch gesagt, dass der Brexit ein Selbtmordunternehmen sei. Wie geht es jetzt weiter?

Der britische Premierminister Boris Johnson ist glücklich: Der Brexit ist abgeschlossen, EU und Großbritannien haben den Bruch vollzogen. Frankreich und Schottland hingegen bedauern diesen Schritt.

"This is an amazing moment for this country. We have our freedom in our hands."
Boris Johnson, Großbritanniens Premierminister über den Brexit

Für Irina von Wiese ist das alles andere als ein großartiger Moment. Sie ist Juristin und saß für die Liberal Democrats im EU-Parlament. Sie hat versucht, den Brexit zu verhindern.

Von Wiese und ihre pro-europäischen Kolleginnen und Kollegen haben es nicht geschafft: "Das ist der Moment, in dem das Vereinigte Königreich die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen des Austritts zu spüren bekommt."

"Das ist der Moment, in dem das Vereinigte Königreich die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen des Austritts zu spüren bekommt."
Irina von Wiese, Liberal Democrats

Ihrer Ansicht nach verliert Großbritannien mit dem Brexit den Anschluss an die Weltbühne, zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Das Land ist von der Corona-Pandemie hart getroffen. Härter als alle anderen europäischen Länder, sagt sie: "Wirklich nur Boris Johnson kann das als 'großartig' bezeichnen."

Brexit-Abkommen: "Da gibt es wenig zu loben."

Zumindest gab es im Endspurt noch eine Brexit-Vereinbarung zwischen Großbritannien und der EU. Dass es überhaupt ein Abkommen zwischen den zwei Parteien gibt, haben viele gar nicht mehr erwartet.

Irina von Wiese ist zwar froh und erleichtern darüber, aber: "Da gibt es wenig zu loben." Doch das Abkommen würde kaum gut machen, was Großbritannien mit der vollen EU-Mitgliedschaft verloren hätte.

"Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass viele Menschen sagen: Internationale Zusammenarbeit ist wichtig!"
Irina von Wiese, Liberal Democrats

Die Politikerin blickt sorgenvoll in die Zukunft, sie befürchtet Chaos, das Vereinigte Königreich könnte durch den Brexit auseinanderfallen: "Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich unrecht habe mit meiner pessimistischen Prognose." Auf die Dauer gibt es für sie darum nur einen Weg: Zurück in die Europäische Union.

"Für mich wäre der beste Weg, dass wir unsere eigenen Wähler davon überzeugen, dass die Mitgliedschaft ein großer Verlust ist", sagt Irina von Wiese. Und das Vertrauen der europäischen Partnerinnen und Partner müsse wieder aufgebaut werden.