Bei Hollywood-Schauspieler Bruce Willis wurde Aphasie diagnostiziert, weswegen er das Filmemachen nun beendet. Bei einer Aphasie fällt es schwer, zu kommunizieren. Doch mit Sprachtherapie kann einigen Betroffenen geholfen werden.

Oft tritt eine Aphasie im Erwachsenenalter als Folge eines Schlaganfalls auf. Betroffene haben dann Schwierigkeiten, zu kommunizieren, weil sie gesprochene Sprache nicht mehr so gut verstehen, aber auch selbst nicht mehr so gut sprechen können, erklärt Ruth Nobis-Bosch, Professorin für Angewandte Therapiewissenschaften an der HSD Hochschule Döpfer.

"Eine Aphasie ist eine Sprach- und Kommunikationsstörung."
Ruth Nobis-Bosch, Professorin für Angewandte Therapiewissenschaften an der HSD Hochschule Döpfer

Bei einem Schlaganfall stirbt Hirngewebe ab und dadurch kann die Sprachfunktion nicht mehr unmittelbar übernommen werden. Mit Sprachtherapie könnte man bewirken, dass andere Teile des Gehirns die fehlende Funktion mitübernehmen.

So funktioniert Sprache

Doch wie funktioniert denn eigentlich Sprache? Ruth Nobis-Bosch erklärt es so: Wenn wir gesprochene Sprache hören, dann wird diese im Sprachverarbeitungszentrum unseres Gehirns mit Semantik, also einer Bedeutung, gekoppelt.

Haben wir die Information verstanden, werden die Worte weitergeleitet an unser mentales Lexikon. Dort rufen wir dann alles ab, das wir selbst brauchen, um eine Antwort zu formulieren. Zudem braucht es dann noch ein motorisches System, das dann die Artikulation und Sprachausgabe steuert.

Andere Ursachen

Neben einem Schlaganfall gibt es aber noch andere Ursachen für eine Aphasie. Beispielsweise kann sie nach einem Schädelhirn-Trauma, ausgelöst durch einen Unfall, auftreten. Seltenere Ursachen sind noch Hirnhautentzündungen oder auch Schädigungen der rechten Hirnhälfte.

In letzterem Fall wird dann aber eher von Kommunikationsstörungen als von Aphasie gesprochen, denn Aphasie tritt immer auf, wenn die Sprachverarbeitung in der linken Hirnhälfte betroffen ist, erklärt Ruth Nobis-Bosch.

Sprachtherapie kann erfolgreich sein

Wie gut eine Therapie anschlägt, hängt häufig von der Art der Therapie ab. Bei hochfrequenter Therapie beispielsweise, die über einen festgelegten Zeitraum mindestens drei Mal pro Woche stattfindet, sind die Erfolge oft gut. Doch hängt der Erfolg auch immer vom Einzelfall und der Größe der Schädigung ab, erklärt Ruth Nobis-Bosch.

"Der Erfolg einer Therapie hängt immer vom Einzelfall ab."
Ruth Nobis-Bosch, Professorin für Angewandte Therapiewissenschaften an der HSD Hochschule Döpfer