Ali ist vor 20 Jahren als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Inzwischen ist er Lehramtsstudent. Er hat eine Hotline gegründet, um besorgten Bürgern die Angst vor Flüchtlingen zu nehmen.

1995 kam Ali Can als Kleinkind mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland. Als Asylbewerber. Heute ist er 22 Jahre alt und studiert auf Lehramt, außerdem engagiert er sich bei Unicef und beschäftigt sich in Workshops mit kultureller Vielfalt. Ali beobachtet seit zwei Jahren den Umgang mit Flüchtlingsgegnern. Er findet, dass da viel falsch läuft und viel pauschalisiert wird. Auch in der Politik und bei den etablierten Parteien.

"Wenn man sich auf Augenhöhe begegnet und erst einmal zuhört und den anderen ausreden lässt, so kann man seinem Gegenüber sehr nahe kommen."
Ali Can, Student mit einer Hotline für besorgte Bürger

Darum hat Ali sich jetzt vorgenommen, den Dialog zu fördern - zwischen Flüchtlingsgegnern und Menschen wie Ali, die nicht in Deutschland geboren sind. Das Abschneiden der AfD bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern haben ihn in seinem Vorhaben noch einmal bestärkt: Einmal pro Woche bietet er jetzt eine Hotline an, auf der ihn sogenannte "besorgte Bürger" anrufen und mit ihm über ihre Ängste und ihren Ärger sprechen können.

"Das ist ernst gemeint und es wirkt wirklich."
Ali Can, Student mit einer Hotline für besorgte Bürger

Heute haben sich fünf Personen gemeldet, mit denen er über die unterschiedliche Themen gesprochen hat. Einer wollte wissen, wie er dazu steht, dass viele muslimische Mitbürger Toleranz für den Islam fordern, aber selbst gegenüber anderen Religionen intolerant seien. Und Ali hat sich dann die Zeit genommen, zuzuhören und er hat die Anliegen ernst genommen. Nur ein Anrufer ist ausfallend geworden und hat die Sprechstunde dazu genutzt, Ali zu beschimpfen.

Ali Can will den Dialog mit besorgten Bürgern.
© Ali Can
Ali Can will den Dialog mit besorgten Bürgern.