Bulli-Diebstahl

Alle lieben den Bulli

Ein Bulli ist für viele der Traumwagen - auch für Diebe. Er gehört zu den meist gestohlenen Fahrzeugen in Deutschland. Die Diebe sind organisiert und die Nachfrage ist groß. Dennoch gibt es ein paar Tricks, wie ihr euren Bulli sichern könnt. Ein bisschen zumindest. 

Im vergangenen Jahr wurde der VW Bulli in der Version als T4 Multivan häufiger gestohlen als teure Sportwagen wie beispielsweise der Porsche 911 oder Luxus-Limousinen wie ein Mercedes S500. Von 1000 Bullis, die in Deutschland rumfahren, werden sieben gestohlen. Das ergeben Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft 

Wer die Bulli-Diebe sind

Das Bundeskriminalamt (BKA) geht davon aus, dass in Deutschland vor allem polnische Gruppen beim VW-Bus-Diebstahl aktiv sind. Das sind Profis, die sich die Arbeit in der Regel aufteilen. Eine Gruppe ist spezialisiert auf die Öffnung und den Diebstahl der Wagen. Die nächste Gruppe organisiert den Transport. Und wieder eine andere Gruppe zerlegt den Wagen oder beschafft eine neue Fahrgestellnummer und Papiere, damit die Diebe das Auto "sauber" verkaufen können. Hier geht es um organisierte Kriminalität, denn Autodiebstahl erfordert schon eine ziemlich umfassende Logistik. 

Warum Bullis bei Dieben so beliebt sind

Bullis sind sehr verbreitet und gerade diejenigen, die mit dem Bulli viele Kilometer abreißen und viel transportieren, verschleißen den Wagen schnell. Also ist die Nachfrage nach Ersatzteilen groß. Deswegen werden geklaute Bullis oft auch zerlegt, und dann als Ersatzteile weiterverkauft. Laut BKA ist Litauen das Drehkreuz für illegale Autoteile. Die Teile werden auch über Internetbörsen vertrieben und landen so wieder in Deutschland. 

Aber es werden auch komplette Bullis verkauft. Das BKA hat drei Transportrouten ausgemacht, auf der die Busse verschoben werden. Die eine Route führt über den Hafen in Rotterdam nach Afrika, alternativ werden die Busse über Polen, das Baltikum und Russland bis nach Zentralasien, also zum Beispiel nach Tadschikistan, gebracht. Oder irgendwo auf dem Weg verkauft. Und natürlich will man auch im Nahen und Mittleren Osten Bulli fahren. Der Weg dorthin führt über die Balkanroute.

Das könnt ihr tun, um den Bulli vor Diebstahl zu schützen

Den Bulli besser abstellen

Die Täter schlagen vor allem da zu, wo sie schnell mit den Wagen verschwinden können. Also zum Beispiel in Autobahnnähe. 

Die Kralle am Lenkrad oder am Reifen

Bullis mit einer sogenannten Lenkradkralle oder auch einem Bügel am Vorderrad sieht man häufiger. Der Vorteil liegt vor allem in der Abschreckung. Allerdings bezeichnen echte Profis sie wohl nur als "Geschenkbänder", weil die den Raub nur verzögern. 

Den Bulli tracken

Es gibt GPS-Tracker, die dem Besitzer immer auf dem Handy die Position des Wagens anzeigen. Aber die Diebe setzen oft Störsender ein und legen damit viele GPS-Tracker lahm. Und bei Tests hat sich gezeigt, dass billige Tracker zum Beispiel kein Signal senden, wenn der Wagen in einer Tiefgarage steht. Wer sich so ein Gerät einbaut, muss immer dafür sorgen, dass es mit Strom versorgt ist, sonst sendet es nicht.