Die Abgeordneten können eine kleine Praxis im Bundestag aufsuchen. Ansonsten besuchen sie normale Ärzte und gehen in öffentliche Krankenhäuser. Ein Privileg haben manche Politiker dann aber doch.

Auch, wenn Politiker eigentlich immer nur als frische, funktionierende und eloquente Medienprofis zu sehen sind - auch sie machen ab und zu etwas ganz Normales. Zum Beispiel zum Arzt gehen.

Im Vergleich zu den USA, wo ein medizinischer Check-up des Präsidenten zum Medienereignis wird, läuft das in Deutschland etwas dezenter. Hier hat selbst die Bundeskanzlerin keinen Leibarzt, es gibt auch keinen für die Regierungsmannschaft, womit sie zumindest in dieser Hinsicht nicht einmal in den Luxus kommt, der für jedes Profi-Fußballteam Standard ist.

"Es gibt die fitten Politiker und die, die wirklich kaum oder gar nicht auf sich achten - die dann auch Probleme bekommen mit Überarbeitung und Burn-out."
Matthis Dierkes, Deutschlandfunk Nova

Während die Kassenpatienten gerne mal ein paar Stunden im Wartezimmer verharren, haben die Bundestagsabgeordneten dann aber doch ein Privileg: einen eigenen Arzt für den Bundestag mit kleiner Praxis, in die Bundestagsdebatten auf einem Fernseher verfolgt werden können. 

Eine gewisse Vorzugsbehandlung erfahren zudem Politiker und Diplomaten, die im Ausland unterwegs sind. Die Kanzlerin und die Minister werden auf Auslandsreisen stets von einem Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes begleitet, der sich normalerweise um die deutschen Diplomaten kümmert, die auf der ganzen Welt verteilt sind.

Verteidigungsministerin von der Leyen kann zusätzlich auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr zurückgreifen.

Gern gefragt: Prof. Dr. Karl Lauterbach

Ansonsten können Politiker das machen, was wohl jeder schon mal in Anspruch nimmt: Rat bei Kollegen einholen. Im Vergleich zu Mitarbeitern, die in einem Ingenieursbüro arbeiten, haben die Bundestagsabgeordneten allerdings den Vorteil, dass die Politiker in der Regel verschiedene Berufe gelernt haben - und so sind auch Ärzte dabei.

Übermittelt ist, dass Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, immer wieder mal von Kollegen angesprochen wird. Lauterbach sagt übrigens: Insgesamt sind die Politiker gesundheitlich ziemlich durchschnittlich aufgestellt.