Wer glaubt, eine komplizierte Fernbeziehungen zu leben, erfährt in Abbas Khiders Roman "Brief in die Auberginenrepublik", wie Salim es schafft, eine fast unmögliche Liebesbeziehung am Leben zu halten.

Zum Zeitpunkt der Geschichte herrscht im Irak noch Saddam Hussein, und in Libyen Muammar al-Gaddafi. Der arabische Frühling liegt in der Zukunft, die arabische Welt ist aufgewühlt durch zwei verheerende Golfkriege. Jeder misstraut jedem, die Regierungen operieren mit Unterdrückung, Folter und Zensur gegen alles, was gegen sie ist.

Unendlich weit entfernt

Wir schreiben das Jahr 1999. Salim lebt in Bengasi, Libyen, wo er sich nach überstürzter Flucht aus dem Irak als Bauarbeiter durchschlägt. Er wurde bei einem verbotenen Lesezirkel von Studenten erwischt. Seinem Onkel hat er es zu verdanken, dass er nicht im Gefängnis landete. Dafür musste er das Land verlassen. Samia, seine Liebste, lebt noch immer in Bagdad, so Salims Hoffnung.

Gefährliche Botschaft

Nach zwei Jahren ohne Kontakt zu ihr, und vergeblicher Suche nach einer Möglichkeit, sie zu erreichen, erfährt der 27-Jährige von den illegalen Postrouten durch Nordafrika und Vorderasien. 200 Dollar wird ihn das Porto kosten, mehr, als er in einem Monat verdient. Salim weiß, dass alles verloren ist, sollte sein Brief entdeckt werden. Doch er hat keine Wahl.

Salim wird warten - auf ihre Antwort. Er wird sie weiter lieben - und sie - auch ihn.

Autor im Exil

"Brief in die Auberginenrepublik" ist der dritte Roman des irakischen Schriftstellers Abbas Khider, der im Februar 2013 in Deutschland erschienen ist. Der 1973 in Bagdad geborene Autor wurde 2013 mit dem Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil und dem Nelly Sachs Preis 2013 ausgezeichnet. 1996 floh Abbas Khider aus dem Irak, hielt sich als illegaler Flüchtling in verschiedenen Ländern auf und lebt seit 2000 in Deutschland.