Fast-Food-Ketten schwächeln, Luxus-Burger-Brater boomen. In Deutschland brechen neue Zeiten an. Wir wünschen einen guten Appetit!

Läuft bei McDonald's? Geht so. Gestern hat der Fast-Food-Riese die Börse mit einer Gewinnwarnung erschreckt. Schon seit 2013 sinken die Besucherzahlen. Und damit ist McDonald's nicht allein. Auch der ewige Rivale Burger King hat mehr als nur ein Imageproblem. Das Fazit liegt nahe: Keiner will mehr Fast-Food-Burger essen. Am Burger an sich kann es nicht liegen. Denn in den deutschen Städten macht eine Edel-Burger-Bude nach der anderen auf.

Jan Spielhagen, Chefredakteur des Food-Magazins Beef, ist für uns da hingegangen, wo es - zumindest ihm - wehtut. Er hat entgegen seiner sonstigen Gewohnheit eine McDonald's-Filiale betreten und dort mit Menschen gesprochen, die gerade in einen Burger beißen wollten. Das Ergebnis seiner investigativen Recherche: Keiner beißt hier wegen des Geschmacks in die Bulette. Stattdessen gefällt den Schnellessern, dass der Burger immer gleich schmeckt und - klar - dass es schnell geht.

Burger Marke Eigenbau

Die Edelburger-Läden haben für Jan Spielhagen mit McDonald's gar nichts zu tun. Stattdessen hätten offensichtlich clevere Unternehmer erkannt, dass sich mit gut gemachten Frikadellen im Brötchen richtig Geld verdienen lasse. Denn klar ist für Jahn Spielhagen: Burger, das kann eine schöne und auch leckere Sache sein. Im Magazin Beef seien Burger in jedem zweiten Heft ein Thema. Vor allem, weil viele Deutsche mittlerweile ihre eigenen Burger kreieren.

"Es gibt pfiffige Unternehmer, die gemerkt haben, dass man mit gut gemachten Burgern ordentlich Geld machen kann."
Beef-Chefredakteur Jan Spielhagen

Dabei sind Burger kein klassisch-deutsches Gericht. Im Land der Dichter rund Bratwürste kamen die meisten zum ersten Mal in den Fast-Food-Ketten mit Burgern in Kontakt und hätten sich an die miserable Qualität gewöhnt, sagt Jan Spielhagen. Und neben dem Geschmack des Essens fallen ihm noch hundert weitere Gründe ein, einen großen Bogen um die Schnellrestaurants zu machen. Ein paar Beispiele:

  • Eine grauenvolle Innenarchitektur
  • Schlechte Tischmanieren: Die Kunden essen mit den Fingern und drapieren ihre Saucen direkt aufs Tablet. Jan Spielhagen erinnert das eher an Hundefütterung.

Und worauf sollte der ambitionierte Do-it-Yourself-Burger-Brater unbedingt achten? Ausschließlich frische Zutaten, eine Frikadelle aus Rindfleisch statt gemischtes Hack oder Schwein und das Fleisch immer auf dem Grill und nie in der Pfanne braten.