Seit Monaten brennt es in Australien, vor allem im Südosten. Dieses Jahr trifft es nicht nur eine sehr große Fläche, auch besonders viele Dörfer sind zerstört oder bedroht.

Wetterextreme und Brände gibt es in Australien regelmäßig. Die aktuellen Busch- und Waldbrände aber sind besonders. Die Feuersaison 2019 hat sehr früh begonnen, und es gibt so viele und so heftige Brandherde, dass die meisten nicht mehr gelöscht werden können. Dieses Mal sind auch besonders viele Siedlungen betroffen. Die Feuerwehrleute konzentrieren sich nun darauf, Häuser und Orte zu retten, die noch zu retten sind.

Ausreichende Abkühlung und vor allem Regenfälle werden erst in einigen Wochen erwartet. "Bis dahin brennt es hier weiter", sagt Holger Senzel, ARD-Korrespondent für Südostasien. Holger Senzel war Anfang Januar in den Brandregionen Australiens unterwegs hat Menschen getroffen, die ihre Häuser verloren haben oder deren Dörfer komplett zerstört worden sind.

"Wenn du denkst, dein Haus wird verschont, kann das ein paar Stunden später schon wieder ganz anders aussehen."
Holger Senzel, ARD-Korrespondent für Südostasien

Eins davon heißt Batlow. Es hat deshalb in ganz Australien für besonders viel Aufsehen gesorgt, weil die Stadt als "Apfelstadt" bekannt ist. Hier werden Äpfel und Apfelsaft produziert. Es war klar, dass die Flammen Batlow zerstören werden, doch einige Bewohner blieben und versuchten, ihre Häuser zu retten. "Am Ende sind die meisten doch zerstört worden", sagt Holger Senzel.

Für so viele Menschen wie selten stellen die Wald- und Buschbrände eine konkrete Bedrohung dar. Manche haben ihre Häuser schon verloren, andere sind weiterhin bedroht.

Blick auf Apps verrät, wohin sich das Feuer ausbreitet

Holger Senzel spricht von einem "ständigen und nervenaufreibenden Hin und Her. "Wenn du denkst, das Haus wird verschont, kann das ein paar Stunden schon wieder ganz anders aussehen." Und so können viele beim Blick auf die Apps, die anzeigen, wohin sich das Feuer wohl ausbreiten wird, nur hoffen.

"Ministerpräsident Scott Morrison steht massiv unter Druck."
Holger Senzel, ARD-Korrespondent für Südostasien

Neben den Versuchen, die Brände irgendwie unter Kontrolle zu bekommen, werden diese von einer übergeordneten Frage begleitet: Inwiefern trägt der Klimawandel zur Schwere der Brände bei? Während Wissenschaftler aufzeigen, dass es Zusammenhänge gibt, werden diese zum Beispiel vom australischen Ministerpräsidenten Scott Morrison geleugnet. Dafür und für sein Krisenmanagement steht er in der Kritik.

Der Feuerwehmann Paul Parker etwa zeigte sich entsetzt über die Aussage von Scott Morrison, dass tausende Feuerwehrleute gern gegen die Flammen kämpfen würden.