Die Spargelzeit ist in vollem Gange! Freut ihr euch auch so? Spargel mit zerlassener Butter… Allerdings gibt es da ein Problem: Der Butterpreis explodiert. Gleichzeitig ist die Milch aber total billig. Wie kann das sein?

Aldi hat angefangen: Das günstigste Stück Butter kostet da aktuell 1,79 statt vorher 1,59 Euro (Stand 07.05.2018). Die günstigste fettarme Milch bekommt ihr da für 61 statt vorher 68 Cent pro Liter. Andere Lebensmittelketten ziehen nach: Im Schnitt wird die Milch um rund zwölf Prozent billiger, gleichzeitig steigt der Preis für Butter um fast 13 Prozent.

Teure Butter, billige Milch

Der 1. Mai war der Stichtag für neue Lieferverträge zwischen den Molkereien, erklärt Anke van de Weyer. Die Preise für Milch, Sahne, Kefir und Quark werden jedes halbe Jahr neu verhandelt. Bei Butter ändern sie sich alle vier bis acht Wochen. Butter ist ein Saisonprodukt, sagt Eckhard Heuser, der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbands.

"Es gibt so ein paar Ereignisse im Jahr, wo Butter gesucht wird."
Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbands
  • Weihnachten (Weihnachtsgebäck etc.)
  • Frühjahr zum Ersten: die "Spargelspitze"
  • Frühjahr zum Zweiten: die "Erdbeerspitze"
"Da geht viel Sahne weg. Und die Sahne fehlt uns dann bei der Butter und macht sie dann knapp."
Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbands

Neben der Nachfrage wirkt sich aber auch die Produktionsmenge auf den Preis aus. Und da im Moment viel Milch auf dem Markt ist, fällt dementsprechend der Preis. 

Die neue Lust auf Fett

Das betrifft übrigens nicht nur die Butter, die wir über den Spargel kippen: Auch Käse wird leckerer, wenn er mit richtig fetter Milch hergestellt wird. Die Deutschen gönnen sich zur Zeit wieder was, sagt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbands. Gerade beim Käse werde wieder mehr zu den fettigeren Sorten gegriffen. 

"Wir essen im Moment einfach sehr gerne Fett. Gönnung auf ganzer Linie."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Und wenn mehr Fett in Schlagsahne und Käse fließt, ist eben weniger für die Butter übrig - und die wird dann teurer.

Die Fett-Lücke

Genau diese "Fett-Lücke" ist der Grund für den scheinbaren Widerspruch bei den Preisen von Butter und Milch.

In einem 250-Gramm-Stück Butter stecken übrigens fünfeinhalb Liter Milch – wenn man sich das vor Augen führe, sei der Butterpreis schon angemessen, sagt Anke van de Weyer. Mit mindestens 1,79 Euro für 250 Gramm Butter sind wir auch noch nicht beim Höchstpreis angekommen: Letztes Jahr im September lag er bei mindestens 1,99 Euro für 250 Gramm.

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