Instagram und Co sind in letzter Zeit voll von CBD-Produkten: In Form von Kapseln, Lutschern, Tropfen und Tampons sollen sie bei Regelschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen helfen. Aber: Es gibt bisher kaum Studien, die die Wirkung wirklich belegen.

In letzter Zeit bekommen wir in sozialen Medien, in der Werbung und in Nachrichten vermehrt von CBD mit - vom Wirkstoff Cannabidiol. Angeblich soll es gegen Menstruationsbeschwerden, Schmerzen und allerlei Beschwerden helfen. Laut Marktforschungsunternehmen "Ears and Eyes" können sich 71 Prozent der 16- bis 29-Jährigen vorstellen, "Cannabidiol für bestimmte Anwendungen einzusetzen".

"Die Idee dahinter: Die positive, entspannende Wirkung von CDB - ohne den Rausch und alles, was damit zusammenhängt."
Christina Sartori, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

CBD ist die Kurzform für den Wirkstoff Cannabidiol und wird aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Neben THC ist CBD einer der Hauptwirkstoffe von Cannabis.

Medizinisch soll CBD beruhigend, krampflösend und entspannend wirken. Im Gegensatz zu THC verursacht der Cannabidiol-Wirkstoff keinen Rauschzustand. In CBD-Produkten kommt THC nur in sehr geringen Mengen bis gar nicht vor.

Einige Tropfen CBD-Öl auf einen Tampon träufeln, Tampon einführen und die Regelschmerzen lösen sich auf, ist auf manchen Portalen zu lesen, die CBD-Produkte bewerben. Für die Wirkung von CBD gibt es aktuell allerdings noch keinen wissenschaftlichen Beleg. Bereits veröffentlichte Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, und auch die Anzahl der Studien ist vergleichsweise gering.

Auch bei pflanzlichen Produkten auf Nebenwirkungen achten

Schwere Nebenwirkungen sind nach der Einnahme von CBD nicht bekannt, aber auch der pflanzliche Wirkstoffe kann Übelkeit, Durchfall oder Müdigkeit verursachen.

"Bisher gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass es wirkt. Da soll es jetzt eine Studie geben – mal sehen, was die ergeben wird."
Christina Sartori, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die gleichzeitige Einnahme von CBD-Produkten zusammen mit anderen Medikamenten, zum Beispiel hormonellen Verhütungsmitteln, ist auch noch nicht untersucht. Zudem ist auch die Frage hinsichtlich einer regelmäßigen Dosierung weiterhin offen. Daher ist es hier ratsam, eine Einnahme von CBD-Produkten vorher mit einem Arzt abzuklären.

Wirkung von CBD-Produkte ist noch nicht wissenschaftlich abgebildet

In Deutschland sind CBD-Produkte aktuell als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Diese dürfen laut Vorgabe nicht mehr als 0,2 Prozent vom berauschenden Wirkstoff THC enthalten. Das Problem: Im Vergleich zu Medikamenten werden Nahrungsergänzungsmittel weniger gründlich geprüft. Das betrifft nicht nur Wirkung und Nebenwirkungen der Mittel, sondern auch ihre genaue Zusammensetzung. Hier kann es zu Abweichungen hinsichtlich der angegebenen und tatsächlichen Wirkstoff-Konzentration kommen.

Zum Beispiel haben italienische Wissenschaftler Stichproben verschiedener CBD-Produkte entnommen, die sie online bestellt haben. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Proben enthielt mehr oder weniger CBD oder THC als auf dem Etikett angegeben war. Insbesondere bei Käufen von CBD-Produkten über Online-Shops liegt es also noch in der Verantwortung des Kunden sich über Siegel und Zertifizierungen zu informieren, bevor die CBD-Produkte regelmäßig eingenommen werden.