Als Teenagerin fand Caroline Fink Bergwanderungen eher doof, heute verdient sie ihr Geld damit. Als Autorin ist ihr Spezialgebiet: ihre Liebe für die Berge. 100 Tage im Jahr verschwindet sie in die Einsamkeit der Schweizer Gipfel.

Stumpfes Flachland ist für Caroline Fink ganz nett - vielleicht für einen Tag, maximal zwei. Ansonsten braucht sie die Berge quasi wie die Luft zum Atmen. Sie erklettert weltweit und fotografiert, filmt, schreibt Bücher über ihre Leidenschaft. In ihrem neuesten Filmprojekt verfolgt sie etwa den Weg der Frauen in die Berge.

Als Schweizerin konnte die 39-Jährige den Bergen auch nicht aus dem Weg gehen: Schon als Kind war sie dort mit den Eltern unterwegs. Das Wandern, sagt sie, fand sie als Teenager naturgemäß eher doof. Wirklich Klick gemacht hat es erst, als sie mit 20 in Nepal war und zum ersten Mal den Himalaja sah: "Das war ein völlig neuer Blick auf die Berge", sagt Caroline, "da entstand etwas, das mich dazu gebracht hat, die Berge in der Schweiz zu erkunden."

"Die Berge sind irgendwie ein Teil der Identität der Schweiz."
Caroline Fink

Seitdem hat sie sich fit gemacht und macht am liebsten alpine Kletter- oder Skitouren, wandert durch die Alpen und verbringt auch gerne eine Nacht unter freiem Himmel. Was sie an den Bergen begeistert ist auch die Einsamkeit - das "ohne Menschen sein". Sie sucht sich eher abgelegene, weniger touristische Gegenden aus. Ihr Trick, um Menschenmengen aus dem Weg zu gehen: "Man sucht sich statt einem 4000er lieber einen Berg aus, der 3780 Meter hoch ist." Ihren Lieblingsberg hat sie übrigens noch nie bestiegen:

"Mein Lieblingsberg ist ein Berg, von dem ich träume: Der Dent Blanche in den Walliser Alpen: über 4000 Meter hoch, sehr abgelegen, ziemlich wild. Der geht mir nicht aus dem Kopf."
Caroline Fink
Porträt Caroline Fink
© Caroline Fink

Heute hat sie ihre Lieblingsbeschäftigung zum Beruf gemacht. Dabei hat sie ursprünglich mal Soziologie studiert und auch als Wirtschaftsredakteurin gearbeitet. Ihre Ferien und Semesterferien gingen aber immer für eins drauf: Reisen, Bergsteigen, darüber schreiben. "Ich habe das nie geplant, das waren immer kleine Schritte in eine Richtung". Mittlerweile arbeitet sie seit fast zehn Jahren als Freiberuflerin: Etwa 100 Tage im Jahr verbringt sie in den Bergen, den Rest schreibt sie darüber und gibt etwa Tipps für Wanderungen zu den Gletschern.

100 Tage in den Bergen

Gletscher, die gewaltigen Eismassen, die sich unmerklich bewegen, wirken auf sie wie "uralte Tiere", die vielleicht sogar eine Geschichte zu erzählen haben. Und die gerade jetzt in Zeiten des Klimawandels eine bedrohte Art werden könnten. In ihrem letzten Kurzfilm geht es um den Aletschgletscher, dem größten Gletscher der Schweiz. Mittendrin eine kleine Berghütte, die vor 150 Jahren noch am Gletscherrand stand. Heute verbindet sie eine Treppe mit dem sich absenkenden Gletscher - und jedes Jahr kommen neue Stufen hinzu.