• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Mitglieder nicht zu beteiligen, kenne man aus der DDR. In einer demokratischen Partei wie der CDU müsse das anders sein, sagt Sabine Buder über ihre eigene Partei. Die 37-jährige Brandenburgerin ruft zu einem Neuanfang auf - ohne Laschet.

Die Aufregung war groß, als Armin Laschet am Donnerstag (7. Oktober 2021) nach immer harscher werdender Kritik an seiner Person öffentlich über eine "personelle Neuaufstellung" sprach. Ob er damit seinen eigenen Rücktritt von seinem Posten als CDU-Vorsitzender meinte oder seine Option in einer Jamaika-Koalition Kanzler zu werden, ist unklar.

Wahlverluste vor allem im Osten Deutschlands

Auch Sabine Buder hat keine Antwort darauf. Sie ist 37, CDU-Mitglied und stand in Brandenburg als Direktkandidatin zur Wahl. Zwar hat sie die meisten Erststimmen der CDU-Direktkandidat*innen in Brandenburg geholt, gereicht hat es für sie am Ende trotzdem nicht. Sie wurde von der SPD-Kandidatin mit knapp einem Prozent Vorsprung überholt.

"Fakt ist, nach diesem desaströsen Wahlergebnis kann es kein 'Weiter so' geben. Das ist allen klar - den Mitgliedern, dem Bundesvorstand und dem Bundesvorsitzenden."
Sabine Buder, CDU-Mitglied aus Brandenburg

Ein grundsätzlicher Fehler der CDU ist aus ihrer Sicht die mangelnde Beteiligung der Mitglieder gewesen. Dabei sei doch gerade das etwas, was demokratische Parteien ausmache, klagt sie.

Sabine Buder: Demokratie lebt von Beteiligung

Auf Partizipation und Augenhöhe richtet die gebürtige Brandenburgerin ein besonderes Augenmerk. Denn genau das habe es zu DDR-Zeiten nicht gegeben. Bis heute sei sie in ihrer Familie die Einzige, die Mitglied in einer Partei ist. "Ich sage immer, das ist nicht mehr wie damals. Eure Meinung ist wichtig, ihr könnt euch einbringen." Doch vor allem in diesem Wahljahr sei sie in Erklärungsnot geraten. Das betraf sowohl die Wahl des Bundesvorsitzenden als auch die Klärung, wer Kanzlerkandidat wird.

"Die Mitglieder haben sich schlichtweg nicht mitgenommen gefühlt. Deshalb brauchen wir eine intensive basisdemokratische Erneuerung der Partei. Dazu gehört auch eine Mitgliederbefragung."
Sabine Buder, CDU-Mitglied aus Brandenburg

Um einen Neuanfang zu schaffen, müsste Sabine Buders Ansicht nach intensiv mit den Parteimitgliedern zusammengearbeitet werden. Besonders wichtig ist ihr die Organisation einer Ost-Konferenz. Allein in Brandenburg ist die CDU mit 16 Prozent drittstärkste Kraft geworden – nach SPD und AfD. In Mecklenburg-Vorpommern lag sie nur einen Prozent vor der Alternative für Deutschland.

Das alles traut Sabine Buder ihrer Partei unter Armin Laschet aber nicht mehr zu. "Nach diesem Wahlergebnis kann doch keiner ernsthaft erwarten, dass er auf seiner Position bleibt." Ihrer Meinung nach wäre das ein Affront gegen die Mitglieder.